Jean-Claude Juncker

Banken sollen Kontrolleure bezahlen

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Überwachte sollen für Überwacher zahlen: Diesen Vorschlag machte Jean-Claude Juncker, der designierte Präsident der EU-Kommission. Die Finanzbranche soll nach Junckers Ansicht für die Arbeit der drei European Supervisory Authorities (ESAs) finanziell aufkommen, berichtet die Börsen-Zeitung. Die Behörden sollen künftig "vollständig durch die Sektoren finanziert werden, die sie überwachen", schrieb Juncker am 10. September.

Auf Begeisterung stößt Junckers Vorschlag weder bei den Banken noch beim Europaparlament. „Das müssen wir uns genau anschauen", zitiert die Börsen-Zeitung den Abgeordneten Udo Bullmann (SPD). Die Richtgröße, um die es in dieser Frage gehe, sei die Unabhängigkeit der Aufseher. Diese dürfe man durch eine Finanzierung durch die Finanzindustrie nicht gefährden.

Die Branche unterdessen fürchtet Zusatzkosten. „Wir fordern, dass wir bei einem neuen Finanzierungsmodell der ESAs keine Mehrkosten schultern müssen", sagte Georg Baur, Bereichsleiter Kapitalmärkte beim Bundesverband Öffentlicher Banken Deutschlands (VÖB), zur Börsen-Zeitung. Schließlich zahlen die ihrerseits von der Industrie finanzierten nationalen Aufsichtsbehörden bereits 60 Prozent des Budgets der European Supervisory Authorities.

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