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Rothmund Insights

Jeder 2. Kunde will nachhaltige Versicherungen

Versicherungsmakler mit drei oder mehr Mitarbeitern müssen ihre Kunden ab dem 10. März auch über die Nachhaltigkeit der vermittelten Policen aufklären. Dies sieht die EU-Verordnung „über nachhaltigkeitsbezogene Offenlegungspflichten im Finanzdienstleistungssektor“ vor. Doch ist es für Verbraucher wichtig, dass ihr Versicherer nachhaltig und umweltgerecht wirtschaftet? Dieser Frage ging die Studie "Nachhaltigkeit im Fokus" des Marktforschungsinstituts Rothmund Insights nach.

Die Forscher befragten über 1.000 Entscheider aus deutschen Haushalten im Alter zwischen 18 und 70 Jahren und nahmen ihre Motive, Verhaltensweisen und Wünsche zur Nachhaltigkeit der Versicherer unter die Lupe.

Das Ergebnis: Mehr als jeder fünfte Verbraucher (22 Prozent) schreibt den Versicherungsunternehmen bereits heute eine hohe Verantwortung für Nachhaltigkeit zu. Unter den aktiv nachhaltigkeitsbewussten Bundesbürgern tut dies sogar schon jeder dritte (32 Prozent).

In Zukunft wollen insgesamt 53 Prozent aller befragten Verbraucher – und sogar 70 Prozent der Nachhaltigkeitsbewussten – bei der Wahl von Versicherern und Versicherungsprodukten auf Nachhaltigkeit achten.

42 % „aktiv nachhaltigkeitsbewusst“

Die Zielgruppe der „Aktiv Nachhaltigkeitsbewussten“ macht laut Studie bereits 42 Prozent aller Haushaltsentscheider aus – Tendenz steigend. Sie kommen aus der Mitte und Breite der Gesellschaft und unterscheiden sich in Sachen Alter, Geschlecht, Einkommen oder Wohnort kaum von Otto Normalverbrauchern.

48 Prozent der aktiv nachhaltigkeitsbewussten 30- bis 39-Jährigen – diese Altersgruppe macht insgesamt 32 Prozent der Stichprobe aus – wären bereit, für nachvollziehbar nachhaltige Altersvorsorge-Produkte eine etwas niedrigere Rendite in Kauf zu nehmen.

„Greenwashing“ vermeiden

Allerdings müssten die Nachhaltigkeitsaktivitäten und die Nachhaltigkeitskommunikation der Versicherer dabei begründet, nachvollziehbar und transparent sein. Aktuell haben nämlich drei Viertel aller befragten Haushaltsentscheider (75 Prozent) den Eindruck, dass "Nachhaltigkeit" oft nur eine Werbefloskel ist und vieles, was als nachhaltig oder grün angepriesen wird, dies in Wirklichkeit gar nicht ist.

Diesem so genannten „Greenwashing“ begegnen Verbraucherinnen und Verbraucher sehr kritisch. Zugleich finden es 86 Prozent schwer zu entscheiden, welche Produkte und Angebote tatsächlich nachhaltig sind. „Speziell im Versicherungsbereich wird dies nicht zuletzt durch die bisher erst geringe Profilierung und Verankerung der Anbieter in puncto Nachhaltigkeit erschwert“, schreiben die Studienautoren. Umso wichtiger sei es, dass Versicherer sehr transparent und nachvollziehbar kommunizieren.

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