Rainer Laborenz (Azemos, li.) und Peer Reichelt Foto: Azemos/Netfonds

Future Fundstars

„Jeder Wettbewerbs-Teilnehmer wird davon profitieren“

Der Wettbewerb Future Fundstars richtet sich an Investment-Talente mit einer noch jungen Fonds-Idee aus dem Anlage-Universum „Aktien global“. Details zum Wettbewerb gibt es hier >>

DAS INVESTMENT: Auf welche Kriterien wollen Sie bei der Auswahl der Gewinner-Strategie besonders achten?

Peer Reichelt: Ein wichtiges Kriterium bei der Auswahl eines guten nachhaltigen Fondsmanagers ist zum einen die relative Konstanz seiner Performance, aber in ganz besonderem Maße das Chance-Risiko-Verhältnis. Gerade bei einem weltweit anlegendem Aktienportfolio sollte die Performance aus einer breiten, diversifizierten Aktienselektion kommen. Wenn dann insbesondere in Korrekturphasen ein eher unterdurchschnittlicher Drawdown mit schneller Recovery möglich war, spricht das absolut für den Manager. Wichtig ist uns allerdings, dass die Performance aus der Aktienselektion kommt – und nicht zum Beispiel aus derivativen Geschäften, Market Timing oder Ähnlichem. Der Fondsmanager soll einen strukturierten Ansatz verfolgen, der nachhaltige Anlageerfolge verspricht. Wir haben zuletzt an den Aktienmärkten turbulente Zeiten erlebt, in denen es starke Kursbewegungen gab und mächtige Paradigmen-Regime vorherrschten. Wir sind schon sehr gespannt, wie sich die Strategien und Portfolios der Kandidaten in diesen unübersichtlichen Marktphasen bewährt haben.

Legen Sie noch weitere Maßstäbe an?

Reichelt: Auf der anderen Seite werden wir aber auch innovative Strategien honorieren. Und auch die Persönlichkeit der Strategen wird eine Rolle spielen; unter anderem ihre Erfahrung und ihr Hintergrund. Wir wollen ausdrücklich auch branchenfremden Bewerbern eine Chance bieten, die keine klassische Fondsmanager-Karriere vorweisen können, sondern stattdessen vielleicht mit einem Wikifolio oder Ähnlichem überzeugt haben. Daneben ist es notwendig, dass der Ansatz auch skalierbar ist, also nicht nur mit kleinen Anlagesummen oder in Nischenmärkten funktioniert.

Werden die Beratungen der Jury, die schließlich zum Ergebnis führen, auch öffentlich sein?

Rainer Laborenz: Die Jury wird nicht öffentlich beraten, aber sie wird ihre Beschlüsse öffentlich begründen. Wir werden ausführlich die Ergebnisse unserer Beratungen vorlegen. Wir werden nicht nur erklären, für welchen Teilnehmer wir uns entscheiden, sondern auch, warum wir das tun.

Können die Teilnehmer, die schließlich ausscheiden, mit einem Feedback rechnen, warum sie es nicht geschafft haben?

Laborenz: Aus unserer Sicht wird es bei dem Wettbewerb ohnehin keine Verlierer geben. Wir werden natürlich auch mit den Teilnehmern, die letztlich ausscheiden, viel sprechen und diskutieren. Die Mitglieder der Jury verfügen zusammengenommen über eine Markterfahrung von mehr als 100 Jahren. Allein schon durch diesen Austausch wird sicher jeder Teilnehmer, der sich dem Wettbewerb stellt, schlussendlich davon profitieren.

Wer einen neuen Fonds an den Markt bringen will, sollte nicht nur eine gute Anlage-Idee haben, sondern auch fürs Geschäft trommeln können. Unterstützen Sie die Teilnehmer beziehungsweise den Gewinner auch in Sachen Marketing?

Reichelt: Der Wettbewerb findet öffentlich statt und stößt in der Branche schon jetzt auf ein breites Echo. Allein das eröffnet den Teilnehmern eine zusätzliche Plattform, auf der sie sich und ihre Strategien hervorragend präsentieren können. Natürlich werden die Initiatoren diese Strategien in ihren Netzwerken weiterverbreiten und dadurch möglicherweise weitere Assets einwerben. Nicht zu unterschätzen ist auch das Engagement von Comdirect. Der Gewinner-Fonds, wenn es ein Ucits-Fonds ist, erhält ein Medienguthaben für deren Anlage-Infoseite Comdirect-Informer und wird in das dortige Fondsuniversum aufgenommen – inklusive Sparplanfähigkeit und einem Rabatt auf den Ausgabeaufschlag für die Anleger von 100 Prozent für mindestens zwölf Monate.

Berücksichtigen Sie in Ihrer Bewertung ebenfalls das Gebührenmodell, und geben Sie Neulingen Tipps, was dabei zu beachten ist?

Laborenz: Wenn es sich um einen neuen Fonds handelt, dann werden wir dazu sicher Position beziehen. Das Ziel sollte immer sein, dem Fonds zu einer ausreichenden Größe zu verhelfen, wozu das gesamte Marketing-Paket und auch die Einkaufsmacht der NFS Netfonds beitragen werden. Dann sollte es auch für alle Beteiligten kein Problem sein, wenn der Fonds eine marktübliche und faire Gebührenstruktur aufweist. „Fair“ bedeutet für uns aber auch, dass wir uns nicht dem allgegenwärtigen Gebühren-Druck anschließen. Qualität hat ihren Preis, und ein Top-Fondsmanager soll auch anständig für seine Leistung bezahlt werden.


Über die Interviewten:
Peer Reichelt ist Vorstand der Hamburger Netfonds AG und Geschäftsführer des Haftungsdachs NFS Netfonds.
Rainer Laborenz ist Geschäftsführender Gesellschafter bei der Offenburger Vermögensverwaltung Azemos Vermögensmanagement.

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