Rollstuhlfahrer Foto: Marcus Aurelius

Berufsunfähigkeitsversicherung

Jeder Zweite erwartet gesetzliche BU-Rente

Die gesetzlichen Leistungen zur Arbeitskraftabsicherung reichen nicht aus, denn eine staatliche Berufsunfähigkeitsrente gibt es nicht mehr für Beschäftigte, die nach 1961 geboren sind. Dennoch glaubt jeder zweite Bundesbürger, bei Berufsunfähigkeit durch eine staatliche Rente abgesichert zu sein. Das zeigt eine repräsentative Umfrage im Auftrag des Versorgungswerks Metallrente. Hierfür hat das Meinungsforschungsinstitut Kantar Public 2.000 Deutsche zwischen 14 und 65 Jahren befragt. In der Generation der 14- bis 29-Jährigen ist der Irrglaube demnach noch stärker ausgeprägt: Knapp 60 Prozent rechnen mit staatlicher Unterstützung, wenn sie nicht mehr in ihrem Beruf arbeiten können.

Grafik: MetallRente

Anspruch auf gesetzliche Leistung?

Den Unterschied zwischen Berufs- und Erwerbsunfähigkeit kennt nur eine Minderheit. So weiß nur gut ein Drittel, dass man sich eine andere Arbeit suchen muss, wenn man aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr in seinem gelernten Beruf arbeiten kann. Nur wer auf Dauer weniger als sechs beziehungsweise drei Stunden pro Tag irgendeine Tätigkeit ausüben kann, gilt als erwerbsgemindert beziehungsweise erwerbsunfähig und hat Anspruch auf eine gesetzliche Leistung. Diese erreicht jedoch in der Regel nur das Niveau der Grundsicherung. Laut Deutscher Rentenversicherung betrug die durchschnittliche Erwerbsminderungsrente im Jahr 2019 lediglich 835 Euro.

Grafik: MetallRente

Bewusstsein für frühzeitige Vorsorge

Wie weiterhin aus der Umfrage hervorgeht, gibt es aber auch einen breiten gesellschaftlichen Konsens darüber, dass die Leistungen des Staates nicht ausreichend sind. Für eine deutliche Mehrheit der Deutschen (71 Prozent) ist klar, dass sie zusätzlich vorsorgen müssen, um im Falle von Berufsunfähigkeit oder Erwerbsminderung finanziell abgesichert zu sein. Mehr als 80 Prozent der Deutschen sind der Meinung, dass man sich spätestens zum Start ins Berufsleben um die Absicherung seiner Arbeitskraft kümmern sollte. Nur gut jeder Zehnte würde damit bis zur Gründung einer Familie warten.

Grafik: MetallRente

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