Jeder zweite geschlossene Fonds mit nur 1,7 Prozent Rendite

Jeder zweite geschlossene Fonds mit nur 1,7 Prozent Rendite

Das Hamburger Analysehaus Fondsmedia hat erneut die Performance historischer geschlossener Fonds ausgewertet. Das deutliche Fazit: Ohne ausreichende Risikostreuung Hände weg!

Insgesamt hat Fondsmedia 916 historische geschlossene Fonds unter die Lupe genommen, indem die Leistungsbilanzen von rund 40 Emissionshäusern ausgewertet wurden. Außen vor blieben dabei bewusst die „milliardenschweren Leichen unternehmerischer Medienfonds oder wirtschaftlich häufig fehlgeleiteten `Steuerspar- Immobilien´“, wie es Fondsmedia-Geschäftsführer Peter Kastell formuliert. Ein Grund: Anbieter von expliziten Steuersparfonds, die häufig gar nicht mehr am Markt agieren, veröffentlichen keine aussagefähigen Leistungsbilanzen mehr.

Bei der so ermittelten „praxisorientierten `Präsenz-Performance´" kam zutage, dass die zwischen 1969 und 2005 emittierten Fondsgesellschaften ihren Anlegern nach etwa zehn Jahren im Schnitt einem Vermögenszuwachs von durchschnittlich rund 7 Prozent pro Jahr bezogen auf die Nominaleinlage beschert haben.

90 Prozent der Fonds hatten ein positives Ergebnis erzielt. Was positiv aber heißen kann, zeigt ein weiteres Ergebnis der Untersuchung: Jeder zweite Fonds brachte seinen Anlegern im gleichen Zeitraum gerade mal 1,7 Prozent pro Jahr. 92 Prozent der wirtschaftlichen Flops entfallen auf Fonds aus den 70er bis 90er Jahren.

Die modernen Fonds verzeichneten  ein deutlich stabileres Chancen-Risiken-Verhältnis als die Altemissionen, so Kastell. Allerdings sei die Qualität geschlossener Fonds und ihrer Managementteams sehr unterschiedlich. Deshalb betont Kastell, dass geschlossene Fonds nur etwas für langfristig orientierte, vermögende Anleger mit einer nennenswerten Risikostreuung zur Beimischung seien. Ansonsten gelte: Hände weg! 

Mehr zum Thema
Feri: Geschlossene Fonds vor Problemen Mut zu mehr Langeweile