Ruhestand in den eigenen vier Wänden Foto: Mike Frajese / pixelio.de

Umfrage zur Altersvorsorge

Jeder Zweite macht sich Sorgen um den Ruhestand

Unsicherheit über die eigene finanzielle Lage im Alter macht der Mehrheit der Deutschen Sorgen. Denn viele Menschen hierzulande können heute absolut nicht abschätzen, ob ihre Einkünfte in der Zukunft für ein entspanntes Rentnerleben reichen werden. Das ergab eine aktuelle Umfrage unter 2.500 Erwerbstätigen im Auftrag des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV).

„Nur wer seine Rentenlücke kennt, kann passgenau vorsorgen. Ich bin davon überzeugt, dass wir hier mit digitalen Lösungen einen großen Schritt voran kommen – das gilt sowohl für die kommende digitale Rentenübersicht als auch innovative, digitale Versicherungsangebote bei der Altersvorsorge“, erklärte GDV-Hauptgeschäftsführer Jörg Asmussen am Montag.

Finanziell sorgenfreier Ruhestand

Ein finanziell gesicherter Ruhestand ist der Umfrage zufolge für die meisten Menschen in Deutschland nicht absehbar: Gut die Hälfte (53 Prozent) der Personen im erwerbsfähigen Alter macht sich Sorgen wegen der Altersvorsorge. Besonders hoch ist die Verunsicherung bei den Frauen (57 Prozent). Einen finanziell sorgenfreien Ruhestand erwarten 42 Prozent der Männer und 32 Prozent der Frauen.

Viele wissen allerdings gar nicht, mit wie viel Geld sie im Ruhestand rechnen können. Mehr als ein Drittel der Befragten kann nicht oder nur sehr vage abschätzen, wie hoch das Einkommen im Alter sein wird. Ungewissheit zeigt sich auch bei den Antworten auf die Frage nach einer Rentenlücke. Rund 20 Prozent der Personen im Erwerbsalter wissen nicht, ob ihnen im Ruhestand Geld zur Wunschrente fehlt.

Ein Viertel nutzt Betriebsrente

Fast 60 Prozent befürchten eine erhebliche Differenz von mindestens 250 Euro. Knapp ein Drittel schätzt die persönliche Rentenlücke auf 750 Euro pro Monat und mehr. Demgegenüber sagen nur 17 Prozent, dass ihnen im Alter voraussichtlich kein Geld fehlt. Etwa genauso viele Menschen im erwerbsfähigen Alter haben keine zusätzliche Altersvorsorge neben ihrer gesetzlichen Rente beziehungsweise Pension.

Bei der Altersvorsorge setzen die meisten auf eine Immobilie (37 Prozent). Einem Aktien- beziehungsweise Rentenfonds vertrauen 30 Prozent ihre Ersparnisse an. Eine Betriebsrente haben knapp 28 Prozent der Befragten. Von den Befragten zwischen 18 und 29 Jahren haben rund 18 Prozent eine Betriebsrente, von den Befragten zwischen 50 und 64 Jahren demgegenüber gut 32 Prozent.

Frauen haben öfter Riester-Rente

„Dass deutlich mehr als ein Viertel der Befragten die Vorteile des Hidden Champion betriebliche Altersversorgung nutzt, ist einerseits gut“, sagt Asmussen. In der öffentlichen Debatte komme sie bislang zu kurz. „Andererseits machen die Zahlen deutlich: Für eine größere Verbreitung braucht es unverändert mehr Impulse, um die Betriebsrenten auch für kleine und mittlere Unternehmen attraktiv zu machen.“

Rund 23 Prozent der Befragten über alle Altersgruppen hinweg sorgen mit einer Lebensversicherung vor. Einen Riester-Vertrag haben etwa 22 Prozent der Befragten. Die Umfrageergebnisse zeigen zudem Geschlechter-Unterschiede bei der Altersvorsorge: Frauen haben seltener eine Betriebsrente (24 Prozent) als Männer (30) und häufiger eine Riester-Rente (25 gegenüber 19 Prozent).

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