Jens Ehrhardt

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Jens Ehrhardt: Wenn Jans Fonds besser abschneiden, erkenne ich das neidlos an

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Sein Vater war sehr bestimmend. Er wollte, dass der Sohn als Fotograf und Dokumentarfilmer in seine Fußstapfen tritt – doch seine dominante Art stand einer Zusammenarbeit im Weg. Jens Ehrhardt selbst will es besser machen. „Ich lasse meinem Sohn jetzt schon große Freiheiten“, erklärte Jens Ehrhardt, Chef und Gründer der DJE-Vermögensverwaltung, bei der auch sein Sohn arbeitet, in einem Interview mit dem „Handelsblatt“. Und wenn Jan Ehrhardts Fonds besser abschneiden, erkenne sein Vater das neidlos an.

Streit gebe es bei dem Vater-Sohn-Gespann, das bei der DJE-Vermögensverwaltung zusammenarbeitet nie, behaupten die beiden Ehrhardts. Diskussionen aber schon. So habe Ehrhardt-Junior den Vater überzeugen können, dass die EZB den Leitzins weiter senken muss. Er sei zunächst skeptisch gewesen, habe dann aber eingesehen, dass eine Euro-Rettung anders kaum möglich wäre, so Vater Jens.

Außerdem soll die EZB Geld drucken und Anleihen der Krisenstaaten in großem Stil aufkaufen, so Jens Ehrhardt weiter. „Allein die Ankündigung, dass sie ein bestimmtes Renditeniveau für Italien verteidigt, dürfte an den Märkten etwas bewegen“, sagt er.

Von den Euro-Bonds halten Vater und Sohn hingegen nichts. „Damit würden die hohen Schulden auf alle aufgeteilt und die gesunden Länder mit hineingezogen“, erklärt Jan Ehrhardt gegenüber dem „Handelsblatt“. Die Hauptlast müsste dann Deutschland tragen – mit entsprechenden Folgen für die Kreditwürdigkeit.

Der Euro ist das Problem

Darüber hinaus finden die Ehrhardts, dass einige der Euro-Länder aus der Währungsunion ausscheiden müssten. In der heutigen Form könne der Euro nicht überleben, sagen sie. „Die Währungsunion war von Anfang an kein einheitlicher Wirtschaftsraum, zu viele Länder waren und sind nicht wettbewerbsfähig“. Dies werde in der aktuellen Krise offensichtlich. „Der Euro ist das Problem“.

Auch das Argument, dass Deutschland als Exportnation vom Euro profitiert hat, können die Ehrhardts nicht nachvollziehen. „Der Euro mag der Exportwirtschaft selektiv genutzt haben, der wesentlich größeren Binnenkonjunktur hat er aber geschadet und damit die wirtschaftlichen Ungleichgewichte verstärkt“, erklärt Ehrhardt Senior. Im Übrigen glaube er nicht, dass wir viel weniger exportieren würden, wenn wir die D-Mark hätten. „Die Chinesen kaufen einen BMW nicht, weil die Währung günstig oder teuer ist, sondern weil die Qualität stimmt“.

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