Suzuki-Motorrad auf der Rennstrecke: Das japanische Unternehmen ist in Indien besonders erfolgreich. | © Getty Images Foto: Getty Images

Jenseits von FANG

Comgest nennt Top-Aktien aus Japan und China

Mit Blick auf Japan hat sich seit dem Start der Abenomics Ende 2012, jenes Programm, mit dem die Regierung unter Premierminister Shinzo Abe die jahrzehntelange Stagnation und Deflation abschütteln wollte, in der Wirtschaft des Landes viel bewegt. So haben japanische Unternehmen ihre wechselseitigen Kapitalbeteiligungen abgebaut und damit begonnen, sich um Minderheitsaktionäre zu bemühen.

Auch die Unternehmenssteuerreform erweist sich als wirtschaftlich förderlich, während Fortschritte bei der Corporate Governance, wie die Etablierung unabhängiger Aufsichtsratsmitglieder, die Kapitalallokation verbessert haben.

Zwar bietet der japanische Markt für Anleger keine Mega-Cap-Technologiewerte, wie die am US-Markt beheimaten FANG-Aktien (Facebook, Amazon, Netflix und Google) oder ihren jeweiligen Pendants aus China, den BAT-Aktien (Alibaba, Baidu und Tencent). Dafür kann er aber mit einer ganzen Reihe hochwertiger Wachstumsunternehmen aus Hightechsegmenten wie Robotik, Sensorik, Materialwirtschaft oder Halbleiter aufwarten.

So ist vielen Anlegern nicht bewusst, dass der Automobilproduzent Suzuki auf dem indischen Subkontinent einen Marktanteil von mittlerweile 50 Prozent besitzt, während Daikin mit seinen Lösungen im Bereich Klimatechnologie auf einen weltweiten Marktanteil von 30 bis 40 Prozent kommt und hierzulande sogar Marktführer ist.

Während Japan in Europa immer noch als Fertigungsstandort wahrgenommen wird, gilt das Land vor allem in Asien zunehmend auch als Lifestyle-Vorbild. Denn die Produkte einer immer größer werdenden Zahl von wachstumsstarken Konsumunternehmen finden bei der asiatischen Mittelschicht Gefallen. Hierzu zählt beispielsweise die Babyflaschenmarke Pigeon, die mit 74 Prozent in Japan und 50 Prozent in China die Märkte dominiert oder Textilien des Bekleidungseinzelhändlers Uniqlo die weltweit in 20 Ländern in über 2000 Filialen erhältlich sind.

Ursache der positiven Entwicklung des japanischen Einzelhandels ist aber auch ein Touristenboom, der 2012 infolge der Liberalisierung der Visabestimmungen für Touristen aus Asien einsetzte. In der Folge haben sich die Touristenzahlen aus den Nachbarstaaten, allen voran aus Südkorea und China, von 2012 bis 2017 von zunächst sechs Millionen auf knapp 29 Millionen vervielfacht, was sich positiv auf den Konsum in Japan ausgewirkt hat. Zudem kehren institutionelle Anleger wie Pensionsfonds auf der Suche nach höheren Renditen verstärkt an den heimatlichen Aktienmarkt zurück.

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