Jeremy Cunningham, Capital Group „Schwellen- und Industrieländer unbedingt im Portfolio kombinieren“

Anhänger der indischen Partei Bharatiya Janata von Narendra Modi: Nach mehrjähriger Dollar-Rallye sind Wertpapiere aus Schwellenländern unterbewertet. | © Getty Images

Anhänger der indischen Partei Bharatiya Janata von Narendra Modi: Nach mehrjähriger Dollar-Rallye sind Wertpapiere aus Schwellenländern unterbewertet. Foto: Getty Images

Lokalwährungsanleihen aus Schwellenländern bieten im derzeitigen Marktumfeld Chancen für Anleger. „Nach mehrjähriger Dollar-Rallye und einem Verfall der Rohstoffpreise ist dieses Segment gerade besonders unterbewertet. Lokalwährungsanleihen bieten daher aktuell hohe Realrenditen, niedrige Kassa-Wechselkurse, relativ niedrige Schuldenquoten und möglicherweise eine geringere Anfälligkeit für die spätzyklische Entwicklung in den Industrieländern“, sagt Jeremy Cunningham, Fixed Income Investment Director bei Capital Group.

Schwellenländer seien gegenwärtig durch ein dynamisches Wachstum, bessere Fundamentaldaten und ausreichende Risikoprämien an vielen Lokalwährungsanleihenmärkten charakterisiert, so Cunningham. Das mache sie für Anleger, die Wachstum, laufende Erträge und Diversifikation anstreben, besonders interessant.

Geringe Korrelation zwischen Schwellen- und Industrieländern

Cunningham empfiehlt, das Anlageuniversum zu internationalisieren – sprich Hochzinsanleihen aus Industrieländern mit Lokalwährungsanleihen aus Schwellenländern zu kombinieren. Diese Aufteilung böte auf Grund der geringen Korrelation besondere Vorteile. Früher seien beispielsweise Bank Loans zur Verlustabsicherung in Anlageportfolios beigemischt worden. Heute korrelierten diese jedoch stärker mit riskanten Anlagen in Industrieländern. Sie seien prozyklisch geworden. Lokalwährungsanleihen von Schwellenländern hätten sich hingegen gegensätzlich entwickelt. Sie seien mit internationalen Risikoanlagen wie beispielsweise Aktien deutlich schwächer korreliert.

Schwellenländer sind nicht mehr so stark von Industrieländern abhängig

Diese fundamentalen Veränderungen liegen zu großen Teilen an einer größeren Unabhängigkeit der Schwellenländer von Industrieländern und haben sich nach der globalen Finanzkrise beschleunigt. „Das Wachstum von Emerging Markets hängt heute nicht mehr so stark von Industrieländern ab. Grund dafür ist beispielsweise die Entwicklung in China. Zudem haben sich die Lokalwährungsanleihenmärkte weiterentwickelt, und es wurden flexible Wechselkurse eingeführt. Das macht sie von Fremdwährungsanleihen unabhängiger. Schwellenländer sind als Anlageklasse weitergewachsen und gereift“, sagt Cunningham.

Die niedrigere Korrelation der Schwellenländer böte heute eine bessere Risikostreuung. „Verlustabsicherung wird in der Spätphase des gegenwärtigen und auch in denen zukünftiger Konjunkturzyklen besonders wichtig“, sagt Cunningham.

Capital Group kombiniert in der Global High Income Opportunities-Strategie (kurz: GHIO; ISIN: LU0110451209) Hochzinsanleihen aus Industrieländern mit Hart- und Lokalwährungsanleihen aus Schwellenländern. Der Fonds hat einen Track Record über einen Zeitraum von 20 Jahren und weist im Zehn-Jahres-Durchschnitt eine ausgeschüttete Rendite von 7,7 Prozent aus.