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Jim Rogers über den China-Crash „Ich werde meine chinesischen Aktien an meine Töchter vererben“

Für Investorenlegende Jim Rogers strahlt Chinas Stern trotz Wachstumseinbruchs und Aktienkrise weiterhin hell. Die aktuellen Kursverluste von China-Aktien sieht er eher als gesunde Korrektur denn als Crash, der eine lange Wirtschaftsflaute ankündigt. Das sagte Jim Rogers im Interview der deutschen Wirtschaftswoche.

Dominantes China

Gleichzeitig verurteilt der Großinvestor die Bereinigungsversuche des Aktienmarkts durch die chinesische Regierung: Diese würden den Konsolidierungsprozess in die Länge ziehen. China habe auch in Zukunft noch mit einigen Rückschlägen zu rechnen. Trotzdem sieht Rogers im Reich der Mitte das Land, das das gesamte 21. Jahrhundert dominieren werde. Seine chinesischen Aktien wolle er daher noch seinen Töchtern vererben.

China fordere als aufstrebende Macht die USA in ähnlicher Weise heraus, wie es Deutschland am Vorabend des Ersten Weltkrieges mit Großbritannien getan habe. Russland werde sich gezwungenermaßen auf Chinas Seite schlagen und den Abstieg des Westens beschleunigen, traf der Altinvestor gegenüber der Wirtschaftswoche eine düstere geopolitische Prognose.

Die chinesische Währung Renminbi werde dem US-Dollar als Weltleitwährung vorerst jedoch keine Konkurrenz machen. Gleichzeitig verurteilte der Investor den Euro, der eine „großartige Idee“ gewesen sei, die man schlecht ausgeführt habe.

Rohstoffe

Im Interview äußerte sich Rogers auch zum Rohstoffmarkt: Den massiven Ölpreisverfall habe er nicht erwartet, so der US-Inverstor. Allerdings sehe er einen Boden noch in diesem Jahr erreicht. Auch wenn es zur Einigung mit dem Iran gekommen sei: Ölreserven, die günstig zu fördern wären, gingen weltweit zurück. Übrig blieben bei ständig steigendem Ölbedarf kostenintensive Fördermethoden, die mittelfristig den Ölpreis wieder in die Höhe treiben dürften. Auch Agrarrohstoffe würden durch den weltweiten Rückgang an fruchtbaren Flächen zukünftig von steigenden Preisen profitieren.

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