JO-Hambro-Experte Thorsten Becker Warum das Rennen für US-Nebenwerte noch nicht entschieden ist

Brooklyn Bridge in New York: JO-Hambro-Fondsmanager Thorsten Becker hält viel von Small und Mid Caps  | © Pexels

Brooklyn Bridge in New York: JO-Hambro-Fondsmanager Thorsten Becker hält viel von Small und Mid Caps Foto: Pexels

Sorgen über Trump und das Allzeithoch der US-Börse sollten nicht den Blick darauf verstellen, dass in den nächsten 8 bis 24 Monaten ein weiterhin kräftiges Wachstum der amerikanischen Wirtschaft zu erwarten ist, das sich vor allem von der weniger schwungvollen Konjunktur in Europa positiv abheben dürfte. Für das Segment der Nebenwerte, in dem einige der dynamischsten Unternehmen der USA zu finden sind, spricht zudem das noch angemessene Bewertungsniveau.

Zwischen Trumps Worten und der Realität seines Handelns muss man trennen

Anleger sollten grundsätzlich zwischen der oft widerwärtigen, spalterischen Rhetorik (und den blindwütigen Tweets) von Präsident Trump und der Realität seines Handelns unterscheiden. Oft redet der Präsident lediglich seiner Kernklientel nach dem Mund – im Vorfeld der Zwischenwahlen im November werden wir dafür sicher noch genügend Beispiele erleben.

Das jüngste Eingeständnis von Trumps Ex-Anwalt, wonach 2016 während der Wahlkampagne Schweigegelder geflossen sind, sorgt für zusätzlichen Wirbel um den Präsidenten. Niemand weiß, wohin dieser aktuelle Skandal noch führen wird. Wir halten es für sinnvoller, uns mit wirtschaftlichen Fakten zu beschäftigen als mit der Politik.

Die bisherigen wachstumsfreundlichen Maßnahmen der Trump-Regierung waren ein durchschlagender Erfolg. Mit einer Kombination aus regulatorischen Erleichterungen und der wegweisenden Steuerreform vom Dezember gelang es, der Konjunktur zusätzlichen Schwung zu verleihen (im zweiten Quartal 2018 wuchs die US-Wirtschaft aufs Jahr hochgerechnet um 4,1% – so kräftig wie zuletzt vor vier Jahren), und die Unternehmen konnten sich über höhere Umsätze und Gewinne freuen. Die Indikatoren des Konsum- und Geschäftsklimas liegen weiter auf hohem Niveau, und die Nachfrage am Arbeitsmarkt ist groß – aktuell beträgt die Arbeitslosenquote nur 3,9%.