Johannes Führ-UI-Aktien-Global

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Vor einem Jahr endete der mehrjährige Aufwärtstrend am Aktienmarkt. Der weltweite MSCI World Index verlor in den letzten 12 Monaten 20,9 Prozent an Wert. Die Schuld für den Zusammenbruch der Märkte geben viele Politiker Spekulanten, die riskante Investments eingegangen sind. Das sieht Johannes Führ ganz anders: „Diese Polemik stellt den wahren Sachverhalt auf den Kopf.“

Der Frankfurter Vermögensverwalter Führ sieht die lasche Geldpolitik der vergangenen Jahre als Hauptursache der nun schon seit einem Jahr andauernden Finanzkrise an. „Die Finanzminister haben durch ihre teilweise verfassungswidrige Schuldenpolitik Druck auf die Notenbanken ausgeübt.“ Deshalb seien die Leitzinsen viel zu lange viel zu niedrig geblieben und die Inflation angezogen.

„Wegen der hohen Inflation ist es für Privatpersonen sowie Versicherungen unmöglich geworden, einen Realzins zu erzielen“, erklärt Führ. Deshalb sei die Nachfrage nach innovativen Anlageprodukten enorm gestiegen, die trotz Inflation eine ordentliche Realrendite bieten. Führ: „In der Folge ist in den vergangenen Jahren die Zahl hochspekulativer Angebote in einem bis dahin nie gekannten Ausmaß angewachsen und zwischenzeitlich unüberschaubar geworden.“

Von den Kurseinbrüchen am Aktienmarkt wurde auch der von Führ gemanagte Aktien Global (WKN: 978190) schwer getroffen. Der bei Universal-Investment aufgelegte, international anlegende Aktienfonds büßte seit Jahresbeginn um 24,5 Prozent an Wert ein. Seit Auflage im Oktober 1997 allerdings legte der Fonds um 80,8 Prozent zu. Das entspricht einer jährlichen Durchschnittsrendite von 5,6 Prozent.

Auf Zehn-Jahressicht liegt der Fonds bei der Rating-Agentur Morningstar auf Platz zwei seiner Vergleichsgruppe „Aktien weltweit Standardwerte Blend“. In den vergangenen zehn Jahren hat Führ den MSCI World neun Mal geschlagen. Einziger Ausrutscher war das Jahr 2004, als er kein Glück hatte mit seinem Investmentstil.

„Mit Hilfe unseres Trendfolgesystems werden zunächst Märkte, Regionen oder Sektoren identifiziert, die eindeutige Entwicklungen aufweisen“, erklärt Führ. „Sodann werden unter Einsatz der Fundamentalanalyse jene Werte näher untersucht, die sich durch eine stabile Wachstums- und Gewinndynamik auszeichnen, die in ihrer Bewertung aber noch nicht ausreichend berücksichtigt ist.“

„Durch Stockpicking versuche ich solche Perlen zu finden, die auch bei Regen ihren Glanz nicht verlieren“, beschreibt es der Fondsmanager. Eine solche Perle ist für ihn zum Beispiel die Aktie von Gas Natural. Denn Spaniens größter Gaslieferant profitiere von seinem Sprung auf Wachstumsmärkte in Südamerika und Nordafrika auch dann wenn es im spanischen Heimatmarkt schlecht läuft. Führ: „Ich setze auf internationale ertragreiche Wachstumsunternehmen, die von der Globalisierung der Weltwirtschaft profitieren.“

Gas Natural ist mit 3,5 Prozent des Portfolios Führs wichtigster Einzelwert. Spanien kommt mit einer Gewichtung von 5,9 Prozent derzeit auf den dritten Platz, hinter Deutschland (13,3 Prozent) und der Schweiz (6,5). Jeweils rund 9 Prozent des Fonds sind in den Sektoren Rohstoffe und Telekommunikation investiert.

Rund 70 Prozent des Portfolios besteht derzeit aus den Anteilen von Schwergewichten an den internationalen Börsen. Schwellenländer-Investments machen 22,7 Prozent aus. Aktien von Unternehmen in Umbruchsituationen kommen auf 6,6 Prozent.

Um Verluste zu vermeiden, kann Führ den Investitionsgrad des Fonds auf 50 Prozent senken. Zurzeit zum Beispiel beträgt die Aktienquote des Portfolios nur 53,4 Prozent.  Durch den hohen Kassenbestand will Führ weiteren Kursverlusten an der Börse  entgehen und den Fondswert absichern. Das Fondsvolumen beträgt aktuell 13,3 Millionen Euro.

Der Ausgabeaufschlag beträgt bis zu 5 Prozent, die jährlichen Verwaltungsgebühren 1,69 Prozent.

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