„Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer“, heißt es im Volksmund. Ähnliches gilt für die Börse: Zwar meldete der Nürnberger Marktforscher GfK heute Morgen, dass sich das deutsche Verbrauchervertrauen im April deutlich erholt hat. Doch nur wenige Stunden später senkte die EU-Kommission ihre Konjunkturprognose für die Eurozone in diesem Jahr.

„Im nach wie vor unsicheren Umfeld bieten Wandelanleihen die Chance, mit verringertem Risiko von einer Erholung am Aktienmarkt zu profitieren“, erklärt Talib Sheikh. Er managt seit knapp zwei Jahren den Global Capital Preservation Fund (WKN: 988414) von JP Morgan Asset Management. Dieser Fonds wurde vor 13 Jahren aufgelegt und erhielt im November 2004 ein neues Renditeziel: Total Return. Das heißt, er soll mit einem gemischten Portfolio auch in negativen Marktphasen positive Erträge liefern. Das Ziel des Kapitalerhalts zeigt sich auch im Namensbestandteil Preservation (englisch: Erhaltung).

Für dieses Ertragsziel bieten sich laut Sheikh Wandelanleihen an: „Sie sind ideal geeignet, um flexibel auf sich ändernde Marktentwicklungen zu reagieren.“ Denn die Zwitter aus Aktien und Anleihen sichern Anlegern die Garantie auf die vollständige Rückzahlung des Kapitals sowie einen festen Zins. Diese regelmäßigen Erträge fallen bei Wandelanleihen in der Regel aber geringer aus als bei traditionellen Unternehmensanleihen. Denn Anleger können die Anleihe in eine Aktie wandeln und den Verkaufserlös der Aktie einstecken.

„In Zeiten stagnierender oder fallender Kurse muss das Wandelrecht nicht ausgeübt werden“, erklärt Sheikh. „Technisch betrachtet handelt es sich also um eine Kombination aus Anleihe und Option.“ Sheikh hat die Option, bis zur Hälfte des Fondsvermögens von 3,4 Milliarden Euro in Wandelanleihen zu investieren. Zurzeit machen sie rund ein Zehntel des Fonds aus. Darunter sind vor allem Schuldtitel von Banken, die aus Geldnot hohe Zinsen zahlen: „Die Renditen von Wandelanleihen namhafter US-Institute wie Citibank und Bank of America sowie Fortis in Europa liegen derzeit zwischen 6 und 8 Prozent.“

„Das sind über 3 Prozentpunkte mehr als bei Staatsanleihen“, so Sheikh weiter. Dennoch besteht mit mehr als drei Viertel der größte Teil des Portfolios aus Anleihen. Dabei dominieren nordamerikanische Titel. Mehr als die Hälfte der Renten verfügt über die Bonitätsnote AAA, mit der die Rating-Agenturen beste Schuldnerqualität auszeichnen. Nur 2,2 Prozent des Fonds entfällt auf Anleihen von Emittenten, die nicht als gute Schuldner eingestuft werden. Die durchschnittliche Restlaufzeit der 28 Zinstitel beträgt 1,2 Jahre.

Die 78 Aktien im Portfolio machen derzeit rund ein Zehntel des Fonds aus. Ende 2006 war es noch doppelt so viel. Die maximal erlaubten 30 Prozent investierte das Fondsmanagement aber seit dem Strategiewechsel Ende 2004 nie in Aktien. Daher entwickelte sich der Fonds in der Börseneuphorie bis Mitte vorigen Jahres zwar schlechter als der Aktienmarkt. Doch auf Jahressicht liegt der Fonds mit einem Plus von 4,7 Prozent deutlich vor dem Börsendurchschnitt. Im Vergleich: Der Welt-Aktienindex MSCI Welt liegt aktuell 19,4 Prozent unter seinem Vorjahreswert.

„Die Kursschwankungen des Fonds sind geringer als bei europäischen Staatsanleihen“, erklärt Sheikh. „Seit November 2004 hat der Fonds eine konstante Rendite von 4,8 Prozent jährlich erwirtschaftet.“ Auf Sicht von drei Jahren liegt der Fonds aktuell 2,1 Prozentpunkte über dem Durchschnitt der Kategorie Mischfonds Euro defensiv der Rating-Agentur Morningstar. Im laufenden Jahr kommt er in der Rangfolge der 319 Fonds seiner Kategorie auf Platz sechs. Der Vorsprung gegenüber dem Geldmarktsatz Ein-Monats Euro Libor, der dem Fonds als Vergleichsindex dient, beträgt auf Jahressicht aktuell 0,2 Prozentpunkte.

Der Ausgabeaufschlag beträgt 3 Prozent, die jährliche Verwaltungsgebühr 1,25 Prozent.