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Interview mit Franziska Zepf „Ich bin gerne mal das plakative Aushängeschild“

Franziska Zepf
Franziska Zepf bei ihrem Vortrag im März in München auf der MMM. | Foto: Oliver Lepold

DAS INVESTMENT: Frau Zepf, in Ihrem Vortrag auf der MMM sprachen Sie über die Social-Media-Must-Haves 2024. Können Sie die einmal aufzählen?Franziska Zepf: Wichtig ist,soziale Aspekte in den Fokus stellen, also den Menschen selbst und nicht das Produkt. Beim Thema Content sollte man vor allem auf Videos setzen. Damit meine ich kurze Reels auf Instagram oder kurze Tik Toks. Der nächste Punkt sind Kooperationen mit anderen Accounts. Dabei geht es um mehr Menschlichkeit und sich mit anderen zu verknüpfen. Man sollte mehr drauf achten, die Leute länger als eine Sekunde an sich zu binden. Das ist die sogenannte Watch-Time. Das erreicht man mit griffigen Hooks oder Reels, die automatisch auch häufiger angeschaut werden müssen. Der letzte Punkt ist die Vorproduktion. Wichtig ist mir, ein Bewusstsein zu schaffen, dass es einmal im Monat reicht, sich damit zu beschäftigen. Ich mache auch nicht jeden Tag Buchhaltung. Das gilt für Social Media genauso.

In Ihrem Vortrag haben Sie formuliert, dass Finanzprodukte in den meisten Social-Media-Accounts nichts verloren haben. Was meinen Sie damit? Zepf: Social Media dreht sich um Beziehungen und Mehrwert für die Zielgruppe, nicht um Produktwerbung. Der größte Fehler, den ich bei vielen Maklern in Social Media sehe, ist, dass sie viel zu schnell mit Versicherungen oder Geldanlagen um die Ecke kommen. Aber die wenigsten Menschen stehen morgens auf mit dem Gedanken auf: „Heute brauche ich unbedingt eine Berufsunfähigkeitsversicherung“. Stattdessen müssen wir, um langfristig erfolgreich zu sein, den Menschen Inhalte bieten, die für sie wirklich relevant und interessant sind. Nehmen wir meine Zielgruppe, die Unternehmerinnen. Die beschäftigen sich mit Themen, die für sie und ihren Unternehmenserfolg relevant sind: Liquiditätsplanung, Investitionen, Altersvorsorge oder Absicherung der Mitarbeiter. Genau darüber spreche ich in Social Media. Ich nehme die Nutzer in meinen Berufsalltag mit, zeige Strategien und Lösungen anhand von praktischen Beispielen. Die Leute sollen mein Expertenwissen, aber auch meine Persönlichkeit kennenlernen. Nur so baue ich eine Beziehung zu potentiellen Kunden auf. Ein anderes Beispiel: Ein Makler, der auf Instagram aktiv ist und zum Beispiel sich auf Hundeversicherungen spezialisiert hat, zeigt sich immer wieder mit seinem eigenen Hund und spricht über die Themen von Hundebesitzern, aber nicht um einfach private Inhalte zu teilen, sondern weil es seine Zielgruppe interessiert.

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