Jupiter Fund Management hat die Übernahme von CCLA Investment Management für 100 Millionen Pfund Sterling (entspricht 115,4 Millionen Euro) angekündigt. Die Transaktion soll noch vor Jahresende abgeschlossen werden, vorbehaltlich regulatorischer Genehmigungen.

CCLA gilt als größter britischer Vermögensverwalter für gemeinnützige Organisationen und verwaltet 15,1 Milliarden Pfund (17,4 Milliarden Euro) für Wohltätigkeitsorganisationen, religiöse Einrichtungen und lokale Behörden. Das Unternehmen wurde 1958 gegründet und hält nach eigenen Angaben einen Marktanteil von etwa zehn Prozent bei Charity-Vermögen.

Nach der Übernahme steigt das verwaltete Vermögen von Jupiter von 44 auf knapp 59 Milliarden Pfund (entspricht 68 Milliarden Euro). Damit verstärkt das Unternehmen seine Position im britischen Asset-Management-Markt, wo bereits rund 75 Prozent der Kunden ansässig sind.

CCLA erzielt Millionengewinn

Jupiter finanziert die Übernahme vollständig aus vorhandenen Liquiditätsreserven. Das Unternehmen rechnet mit jährlichen Kosteneinsparungen von mindestens 16 Millionen Pfund (18 Millionen Euro) bis Ende 2027. Die einmaligen Integrationskosten werden auf etwa 17 Millionen Pfund (19 Millionen Euro) über vier Jahre geschätzt.

CCLA erzielte im Geschäftsjahr 2025 (bis März) einen Umsatz von 66 Millionen Pfund (76 Millionen Euro) und einen operativen Gewinn von knapp 13 Millionen Pfund (14 Millionen Euro). Die Managementgebühren-Marge liegt bei 44 Basispunkten, die Cost-Income-Ratio bei 81 Prozent. CCLA beschäftigt 184 Vollzeitmitarbeiter.

Die CCLA-Marke solle erhalten bleiben, sagt Jupiter-Chef Matthew Beesley, ebenso die Anlageteams und das Kundenbindungsmodell. 

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Börse reagiert positiv

An der Börse kam die Übernahmeankündigung gut an. Morgan Stanley stufte Jupiter von „Underweight“ auf „Equalweight“ hoch und erhöhte das Kursziel von 0,92 auf 1,30 Pfund. Die Investmentbank prognostiziert nach Realisierung der Synergien einen Gewinnzuwachs von mehr als 40 Prozent bis 2027.

Als positiven Faktor nannte die Bank die Erfolgsbilanz des Jupiter-Managements bei Kostensenkungsmaßnahmen.

Branche konsolidiert sich

Die Übernahme erfolgt vor dem Hintergrund anhaltender Konsolidierung im europäischen Asset-Management-Sektor. Unternehmen reagieren damit auf Margendruck und regulatorische Anforderungen.

Jupiter strebt mittelfristig eine Cost-Income-Ratio von 70 Prozent an. Zusätzlich zu den CCLA-Synergien hatte das Unternehmen bereits im Mai Kosteneinsparungen von 15 Millionen Pfund (rund 16 Millionen Euro) angekündigt.

Die regulatorischen Genehmigungen stehen noch aus. Jupiter erwartet den Abschluss der Transaktion vor Ende 2025.