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Biohacker im Interview „Den Kaffee am besten nicht direkt nach dem Aufstehen trinken“

Andreas Breitfeld. Bevor er in die Welt der Sauerstoffkammern und Rotlichtplatten eintauchte, war Andreas Breitfeld Medizinjournalist. Er wälzte Fachlektüre, um den menschlichen Körper besser zu verstehen. Heute betreut der 49-Jährige Menschen in gesundheitlichen Krisen und Spitzensportler.
Andreas Breitfeld. Bevor er in die Welt der Sauerstoffkammern und Rotlichtplatten eintauchte, war Andreas Breitfeld Medizinjournalist. Er wälzte Fachlektüre, um den menschlichen Körper besser zu verstehen. Heute betreut der 49-Jährige Menschen in gesundheitlichen Krisen und Spitzensportler.
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DAS INVESTMENT: Herr Breitfeld, das beste Investment ist bekanntlich das in den eigenen Körper. Sie sind professioneller Biohacker. Wie hole ich im Alltag mehr aus mir heraus?

Andreas Breitfeld: Das fängt schon beim Aufwachen an. Viele Menschen bleiben gerne noch ein paar Minuten im Bett liegen und schalten gedimmtes Licht an. Dabei braucht der Körper in diesem Moment so viel Licht wie möglich. Das Hormon Melatonin, das unseren Schlafrhythmus steuert, wird durch die Helligkeit förmlich weggeschoben. Nach dem Aufwachen also ab auf den Balkon und die Sonne genießen. Alternativ reicht auch eine Tageslichtlampe.

Welche Routinen sollte man morgens noch unterlassen?

Breitfeld: Den Kaffee am besten nicht direkt nach dem Aufstehen trinken, sondern erst 30 bis 45 Minuten später. Denn Kaffee regt die Ausschüttung des Stresshormons Cortisol an, und davon hat der Körper nach dem Aufwachen mehr als genug.

Zu diesem Zeitpunkt erfüllt der Kaffee also biologisch keinen Zweck.

Breitfeld: Er wirkt sogar gegenteilig. Das Koffein blockiert vereinfacht gesagt den Neuromodulator Adenosin, der uns ermüden lässt. Diese Wirkung hält in der Regel fünf bis sechs Stunden an. Trinkt man morgens Kaffee, fällt der Körper am Nachmittag in ein Tief. Um fokussierter in den Tag zu kommen, empfehle ich beim Duschen die letzten 30 Sekunden das Wasser auf kalt zu drehen. Das löst zwei Hormon-Kaskaden aus: Dopamin aktiviert das Belohnungssystem, Cortisol lässt uns klarer denken.

So viele Hormon-Hacks in der ersten Stunde des Tages. Worauf sollte man tagsüber achten?

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Breitfeld: Immer in Bewegung bleiben. Beim Telefonieren umherlaufen, in der Mittagspause in den Park gehen. Das ist sinnvoller, als sich täglich eine Stunde an der Hantelbank zu quälen.

Und man ist gleich an der frischen Luft.

Breitfeld: Man sollte lernen, die Atmung als Fernbedienung für das Gehirn zu nutzen. Verschiedene Bewusstseinszustände lassen sich durch die richtige Atemtechnik gezielt an- und abschalten.

Viele schwören auf teure Gadgets wie smarte Waagen und Nahrungsergänzungsmittel. Ist das sinnvoll?

Breitfeld: Ich empfehle, vor allem in hochwertige Lebensmittel zu investieren. Generell sollte man nicht übermäßig viele kurzkettige Kohlenhydrate in sich hineinschaufeln. Sprich: Zucker, Nudeln und Brot auf ein gesundes Maß reduzieren. Ein paar Nudeln mit viel Gemüse sind fein. Ein Berg Pasta ist langfristig der erste Schritt zur Prädiabetes.

Noch zwei Tipps für das Ende des Tages?

Breitfeld: Bloß nicht die Bedeutung von Schlaf unterschätzen. Nur 2 Prozent der Bevölkerung kommen mit einem Pensum von weniger als sechs Stunden pro Nacht aus. Der Körper schätzt Routine, wenn möglich, also immer zur gleichen Zeit ins Bett gehen. Allerdings produziert er erst bei wenig blauem Licht das Schlafhormon Melatonin, das uns müde macht. Hier können smarte Glühbirnen helfen.

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