2026 stehen für Investoren mehrere zentrale Themen im Fokus, die die globale Wirtschaft und die Entwicklungen an den Finanzmärkten maßgeblich prägen – von Wachstumsprogrammen über Weltpolitik bis zu KI.

Globale Impulse und KI-Wettlauf

In den USA werden Geld- und Fiskalpolitik die Konjunktur vor allem in der ersten Jahreshälfte mit Zinssenkungen und Wachstumsinitiativen stützen. Auch in Europa, China und Japan sind staatliche Maßnahmen zu erwarten. Hier könnten Chancen mit Wachstumsaktien entstehen. Zugleich dürften weltpolitische Risiken die Märkte beeinflussen: Die anhaltende Entkopplung der amerikanischen und der chinesischen Wirtschaft wird die Lieferketten weiter verändern, während der globale Wettlauf um die KI-Vorherrschaft und die zunehmend populistische Politik die Lage zusätzlich verkomplizieren. In westlichen Ländern steigen Schulden und Haushaltsprobleme. Beides hat Einfluss auf die Finanzpolitik. Hier könnten Diversifikation und ein Fokus auf robuste Unternehmen helfen. 

KI transformiert Märkte – gezielt auf starke Entwickler setzen

Wir halten die Bewertungen von KI-Werten insgesamt weiterhin für vernünftig. Technologiekonzerne sind jetzt zwar höher bewertet, aber zurzeit liegen ihre KGV unter den Höchstständen während der Dotcom-Blase und beruhen auf guten Fundamentaldaten. KI wird alle Sektoren verändern, aber wegen der Risiken einer zu optimistischen Einschätzung ihrer Verbreitung und komplexer Finanzierungsvereinbarungen im KI-Ökosystem sollte man weiter sehr genau hinsehen.

KI verändert die Art der Wertschöpfung, aber wegen der Governance- und Sicherheitsanforderungen gehen die Unternehmen vorsichtig vor. Die Überwindung datentechnischer und kultureller Hürden wird den Fortschritt beschleunigen und Produktivität und Innovation in Branchen wie Gesundheitswesen und Logistik steigern. Investoren sollten Unternehmen mit leistungsstarker KI-Forschung und -Entwicklung sowie strategischen Partnerschaften ins Auge fassen. 

Bei Aktien und Anleihen global diversifizieren: Chancen außerhalb der USA nutzen

In den ersten drei Quartalen 2025 haben Nicht-US-Aktien besser abgeschnitten als US-Titel – wegen der Volatilität und des schwächeren US-Dollar. Wachstum in Europa, Reformen in Japan und Innovationen in den Emerging Markets dürften für weltweite Chancen sorgen, sodass jetzt ein günstiger Zeitpunkt für eine Diversifikation US-lastiger Aktienportfolios sein könnte.

Bei Anleihen ist Diversifikation aus unserer Sicht ohnehin entscheidend. Konjunkturunterschiede sowie eine abweichende Geld- und Fiskalpolitik machen einen globalen Ansatz unerlässlich.

Die USA stehen vor Herausforderungen, darunter der schwächere Dollar und die unsichere Politik, während uns die Emerging Markets und globale Unternehmensanleihen interessant erscheinen. Eine Internationalisierung der Portfolios zulasten der USA kann für mehr Diversifikation sorgen. Hinzu kommt, dass sich die Kredit-Fundamentaldaten von Unternehmen verbessern dürften.

Durch die für 2026 erwarteten Zinssenkungen werden Zinsdeckung und Barmittelsalden vermutlich steigen, was ähnlich wie Mitte der 1990er-Jahre die engen Spreads stützen dürfte. Aus unserer Sicht sollten Investoren an Unternehmensanleihen festhalten, ihre Anleihenpositionen nach Ländern diversifizieren und im Bereich Private Credit mögliche Probleme im Auge behalten.

Was 2026 wichtig wird: Zum vollständigen Ausblick von MFS Investment Management