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Ergebnis der Whatever-it-takes-Strategie von EZB-Chef Mario Draghi: Bis Oktober 2008 lag der Leitzins im Euroraum noch bei 4,0 Prozent; fast elf Jahre und 18 Zinsschritte später ist er auf 0,0 Prozent gesunken.  | © Getty Images

Kapitalaufbau in Zeiten von Niedrigzinsen Was Sparer jetzt wissen müssen

Elmar Peters, Fondsmanager bei Flossbach von Storch

Kennen Sie das „Zins-Paradox“? Es ist ein deutsches Phänomen. Die Mehrheit der Sparer ist hierzulande davon betroffen. Ihr Credo lautet: „Die Zinsen sind doch schon so lange niedrig. Je länger diese Phase andauert, desto wahrscheinlicher wird es, dass die Zinsen bald wieder steigen.“ Das Paradoxe daran: Die erste Hälfte der Aussage stimmt. Deshalb glauben viele Sparer, dass die zweite Hälfe der Aussage auch stimmen muss.

Kaum Rendite bei klassischen Sparprodukten

Richtig ist: Die Zinsen sind schon sehr lange sehr niedrig. Das liegt an der Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB). Bis zum 8. Oktober 2008 lag der Leitzins im Euroraum noch bei 4,0 Prozent. Mehr als zehn Jahre und 18 Zinsschritte später liegt er bei 0,0 Prozent. Das bedeutet auch: Für klassische Sparprodukte wie Tages- und Festgelder, Sparbücher oder Banksparpläne gibt es kaum noch Rendite.

2,5 Billionen in ertragsschwachen Zinsanlagen

Doch all das ficht die deutschen Sparer nicht an. Rund 2,5 Billionen Euro horten sie in ertragsschwachen Zinsanlagen. Trotz Inflation, trotz „Strafzins“ auf große Einlagen. Und – auch das gehört zum „Zins-Paradox“ – die Summe stieg in den vergangenen Jahren, obwohl die Zinsen immer tiefer sanken! Die Deutschen sparen einfach weiter, als wäre nichts passiert.

Sparen nach dem Prinzip Hoffnung

Es gilt das Prinzip Hoffnung, die Überzeugung: „Nach so einer langen Zeit müssen die Zinsen doch endlich mal wieder steigen!“ Im Alltag würde niemand nach dieser Maxime handeln. Sonst müsste man wohl in einer Wüste Teiche anlegen, weil es nach so vielen Jahren der Trockenheit doch endlich einmal regnen muss.

So vergehen die Jahre. Und nichts passiert. Und es wird auch in Zukunft nichts passieren. Zumindest nicht, wenn die Deutschen nicht allmählich anfangen, ihre Sparstrategie zu überdenken. Vom Sparer zum Anleger zu werden. Aus unserer Sicht können fünf Thesen den ersten Schritt in eine bessere Geldanlage leichter machen.

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