Kapitalmarkt-Ausblick auf 2019 Erfolgreich investieren in einem unbeständigen Marktumfeld

Widerstandsfähige Beeren trotzen dem Schnee: Qualität und Titelauswahl sind 2019 die wichtigsten Renditetreiber. | © Getty Images

Widerstandsfähige Beeren trotzen dem Schnee: Qualität und Titelauswahl sind 2019 die wichtigsten Renditetreiber. Foto: Getty Images

Das Börsenjahr 2019 ist gestartet, und in den ersten Tagen ist an den Aktienmärkten noch keine klare Richtung zu erkennen: Wird es erst einmal wieder eine Erholung geben oder setzt sich bald die Talfahrt aus 2018 fort? James Bateman ist optimistisch, was den Ausblick für Aktien auf die kommenden Monate anbelangt. „Der Bullenmarkt befindet sich in der Endphase, ist aber noch nicht abgeschlossen. Mit Blick auf die technischen Faktoren gibt es bislang noch keine Hinweise auf einen irrationalen Überschwang, der das Ende des Bullenmarktes andeuten würde“, so der Multi-Asset-Experte bei Fidelity International.

Er rät aber gleichzeitig zur Vorsicht und warnt vor zu viel Sorglosigkeit gegenüber der Inflation: „Viele glauben, dass es den Zentralbanken gelungen sei, den Preisauftrieb in den Industrieländern für immer zu bändigen. Das ist der Nährboden für Selbstgefälligkeit.“ In den USA dürfte die Inflation 2019 weiterhin über das 2-Prozent-Ziel der Notenbank ansteigen. Auch wenn Bateman in seinem Basisszenario mit keiner unerwartet starken Beschleunigung der Inflation rechnet, gibt er zu bedenken: „Die größten Probleme an den Märkten werden oft erst dann augenfällig, wenn es zu spät ist.“

Insgesamt erwartet er ein unbeständiges Marktumfeld in diesem Jahr. Dies spiele vor allem alternativen Investments in die Karten, die kontinuierliche, unkorrelierte Renditen bieten können. „Anlagen in Infrastruktur, erneuerbare Energien und marktneutrale Strategien bringen wichtige Diversifizierungsvorteile für Multi-Asset-Strategien“, so Bateman.

Aktien: Ordentliche Renditen, aber höhere Volatilität

Auch Romain Boscher, Chefanlagestratege bei Fidelity International, blickt zuversichtlich aufs Aktienjahr 2019: „Wir rechnen mit ordentlichen Renditen, die jedoch mit viel höherer Volatilität einhergehen.“ In den USA werde das Gewinnwachstum 2019 die entscheidende Rolle für die Kursentwicklung spielen. Zwar dürfte es recht deutlich unter den durch Sondereffekte gepushten 2018er-Werten liegen, aber dennoch im hohen einstelligen Bereich. „Damit nähert sich der US-Aktienmarkt dem Rest der Welt an, wo sich das Gewinnwachstum um rund 8 Prozent bewegt“, vergleicht Boscher.

Investoren sollten jedoch Unterschiede bei den Sektoren beachten. So stehe einigen Sektoren, allen voran konsumabhängigen wie die Automobilbranche, das Ende des Zyklus unmittelbar bevor. „Für andere Sektoren liegt das Zyklusende dagegen noch in einiger Ferne. Viele Unternehmen befinden sich mitten in einem Investitionszyklus, der vor allem durch hohe Ausgaben für Software und Hardware befeuert wird“, sagt Boscher. Das kommt seiner Ansicht nach nicht nur den Sektoren Technologie und Unternehmensdienstleistung zugute, sondern auch andere Branchen dürften von den höheren Investitionsausgaben der Industrie profitieren und sich 2019 voraussichtlich solide entwickeln.

Die größte Bedrohung für den Aktienmarkt sieht der Chefanlagestratege in der weltweit hohen Verschuldung. Stark steigende Zinsen würden eine unmittelbare Gefahr darstellen. „In den vergangenen zwei Jahren ist das durchschnittliche globale Zinsniveau von 1,2 Prozent auf 2,2 Prozent gestiegen und nähert sich nun einem neuen Höchststand, den wir bei rund 2,5 Prozent sehen“, nennt Boscher Zahlen. Einen Anstieg über diese Marke könnte seiner Ansicht nach eine neue Finanzkrise auslösen. Dazu würden es die Zentralbanken aber kaum kommen lassen, meint Boscher.

Anleihen: Qualität und Titelauswahl sind wichtige Renditetreiber

Während die US-Notenbank in ihrem Zinserhöhungszyklus bereits weit fortgeschritten ist und ihre Bilanz schrumpfen lässt, hat auch die Europäische Zentralbank einen ersten Schritt in Richtung weniger expansiver Geldpolitik gemacht und zu Jahresbeginn ihre Anleihekäufe eingestellt. „Die Flut, die alle Boote hob, ebbt nun langsam ab. Mit der Rücknahme der Liquiditätsunterstützung verändert sich auch die Dynamik am Anleihemarkt“, schlussfolgert Martin Dropkin. Der Leiter des Anleihen-Research bei Fidelity International sieht Qualität und Titelauswahl 2019 als wichtigste Renditetreiber für Anleihen. Bei Unternehmensanleihen sieht er Papiere von Firmen mit starken Bilanzen, die sich einer nachhaltigen Kapitalstruktur verpflichtet haben, im Vorteil. In Europa erkennt er für Qualitätsanleihen für die kommenden zwölf Monate bessere Chancen als in den USA, wo er aufgrund der immer angespannteren Bewertungen Gewinnmitnahmen für sinnvoll erachtet.

Auch für Schwellenländeranleihen zeigt sich Dropkin optimistisch. Die derzeit günstig bewertete Anlageklasse müsse zwar 2019 mit dem Liquiditätsentzug in den USA, dem langsameren globalen Wachstum und der höheren Inflation zurechtkommen. „Ein Großteil der schlechten Nachrichten ist aber bereits in den Kursen eingepreist, sodass wir vereinzelt gute Chancen für Anleger sehen“, erwartet Dropkin.

Immobilien: Fokus auf nachhaltige Renditen

Die jahrelange Liquiditätszufuhr durch die Zentralbanken hat auch die Bewertungen von Immobilien in die Höhe getrieben. „Jetzt scheint der Markt für Rückschläge anfällig und die Verlustrisiken überwiegen“, warnt Neil Cable. Der CIO für Immobilien bei Fidelity International erwartet 2019 kaum noch Kapitalwachstum und konzentriert sich daher auf nachhaltige Renditen. „Die richtige Art von Immobilien und die Auswahl der Mieter wird vor diesem Hintergrund so wichtig wie nie“, meint Cable. Stimmt die strategische Positionierung, bieten Immobilienanlagen mit ihren stabilen Erträgen und Diversifizierungsvorteilen gerade in unsicheren Zeiten und bei schwankenden Aktien- und Anleihemärkten Schutz fürs Gesamtportfolio.

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