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Für die Börsenkorrektur Ende 2018 gab es eine Reihe von Ursachen, unter anderem den von US-Präsident Donald Trump geführten Handelskonflikt, hier mit Österreichs Kanzler Sebastian Kurz. | © Getty Images

Kapitalmarkt Korrektur oder Baisse? Fünf Fakten zu fallenden Kursen

Als der S&P 500 Composite Index von September 2018 bis Ende Dezember 2018 fast 20 Prozent verliert, herrscht plötzlich die Sorge am Markt, ob das vielleicht der Beginn eines wesentlich stärkeren Kurseinbruchs ist. Doch wie oft geschieht es, dass aus einer Korrektur eine Baisse wird? Selten. Seit Beginn der aktuellen Hausse im Jahr 2009 gab es am US-Aktienmarkt bereits sechs Marktkorrekturen.

Eine vorübergehende Schwäche der Aktienkurse kann viele Gründe haben. Eine echte Baisse – mit Verlusten von mindestens 20 Prozent seit dem letzten Hoch – ist aber meist die Folge schwerer wirtschaftlicher Ungleichgewichte, die in der Regel zu einer Rezession führen. Durch das im aktuellen Aufschwung eher mäßige Wachstum verzögerten sich die meisten Ungleichgewichte aber um viele Jahre. Erst in jüngster Zeit änderte sich die Lage leicht, etwa mit der steigenden Verschuldung der Unternehmen. Doch das scheint nicht schwerwiegend genug, um in absehbarer Zeit eine Rezession auszulösen. Dennoch muss man die Ungleichgewichte in diesem Jahr genau beobachten. Hier sind fünf Fakten zu fallenden Kursen:

1. Marktkorrekturen sind häufig

Marktkorrekturen sind häufiger, als man denkt. Selbst ein kurzfristiger Rückgang von 5 Prozent kann irritieren, doch im Schnitt kommt es dazu etwa dreimal im Jahr. Korrekturen um 10 Prozent oder mehr sind ebenfalls überraschend häufig. Im Schnitt finden sie einmal jährlich statt.

Die Volatilität Anfang 2018 wurde vielleicht deshalb so intensiv von Investoren registriert, weil die Kurse im Jahr zuvor nicht ein einziges Mal um 5 Prozent gefallen waren. Dabei war die Marktentwicklung 2018 wesentlich normaler als die 2017. Seit dem Jahr 1980 gab es nur vier Jahre ohne einen Verlust in dieser Größenordnung.

2. Meist erholen sich die Märkte schnell

In volatilen Zeiten mögen die Investoren pessimistisch sein, doch oft erholen sich die Märkte schnell wieder. Obwohl im Schnitt einmal jährlich eine zweistellige Korrektur stattfindet, lagen die Aktienmärkte in 31 der vergangenen 41 Kalenderjahre im Plus.

Oft sind die Erträge von Aktien nach einem starken Rückgang am höchsten, warum? Weil die Investoren dann glauben, dass der Markt überreagiert hat. Der durchschnittliche 12-Monats-Ertrag unmittelbar nach einem Kursrückgang von mindestens 15 Prozent beträgt 55 Prozent. Genau deshalb kann es sich oft lohnen, ruhig zu bleiben und Kurs zu halten.

3. Baissen ohne Rezession sind selten

In den letzten 50 Jahren galten nur acht der 36 Marktkorrekturen als Baissen. Die meisten Baissen fallen mit Rezessionen zusammen, die ebenfalls recht selten sind. Ohne eine Rezession kann eine wachsende Volkswirtschaft für steigende Unternehmensgewinne sorgen, die wiederum die Aktienkurse stützen. Markteinbrüche ohne Rezessionen sind meist kürzer, und es kommt wesentlich schneller zu einer Erholung als während einer Rezession.

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