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Ebase-Umfrage Kapitalmarkt übertrumpft erstmals Sparbuch

Beratungsgespräch
Beratungsgespräch: Immer mehr Deutsche wollen ihr Geld am Kapitalmarkt anlegen anstatt es auf dem Sparbuch zu lagern. Gerade Jüngere sind der Geldanlage gegenüber aufgeschlossen. | Foto: imago images / Shotshop

Auch wenn in den vergangenen Monaten und Jahren oft Gegenläufiges zu hören war: Ganz so schlecht, wie oft geunkt wird, ist es um die deutsche Kapitalmarktkultur offenbar doch nicht bestellt. Das legt zumindest eine Studie der B2B-Direktbank Ebase nahe.

Laut der zugrundeliegenden Umfrage unter 1.000 Erwachsenen ziehen hiesige Verbraucher aktuell erstmalig Aktien dem Sparbuch vor. Dass das mittlerweile unverzinste Sparbuch in Deutschland nach wie vor ein beliebter Geldparkplatz ist, haben bereits zahlreiche Untersuchungen ans Licht gebracht. Ob aus mangelndem Wissen oder schlicht Bequemlichkeit: Viele Verbraucher lassen ihre Rücklagen auf dem Sparbuch oder Tagesgeldkonto versauern – wo es durch Zinsflaute und schleichende Geldentwertung an Kaufkraft verliert.

Mehr Interesse an Aktien als am Sparbuch

Die Umfrageergebnisse von Ebase deutet nun ein Umdenken an. Im Rahmen der Befragung sollten Verbraucher zunächst ihre eigene finanzielle Situation einschätzen. 30 Prozent gehen demnach davon aus, dass sich diese 2022 gegenüber dem laufenden Jahr verbessern dürfte. Lediglich 18 Prozent erwarten eine Verschlechterung. Vor allem jüngere Menschen zwischen 18 und 29 Jahren blicken hoffnungsvoll in die persönliche finanzielle Zukunft: Von ihnen gehen 60 Prozent von einer Verbesserung im kommenden Jahr aus.

Der Wille, Geld zurückzulegen ist unverändert stark vorhanden, stellen die Umfrage-Autoren zudem fest. Jeder zweite Befragte will 2022 weiter so sparen wie bisher, 30 Prozent wollen sogar noch etwas mehr Geld zurücklegen. Bemerkenswert: Mehr Menschen als im vergangenen Jahr gaben diesmal an, ihr Geld nicht einfach nur sparen, sondern investieren zu wollen. So gaben 28,1 Prozent der Befragten, im neuen Jahr Aktien  zu kaufen – gegenüber 26,6 Prozent, die Geld auf dem Sparbuch anlegen wollen. Zudem planen rund 23 Prozent, in Fonds zu investieren.

Welche Kapitalanlagen planen Sie in 2022 (weiterhin oder erstmalig) zu nutzen?

Quelle: Ebase

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Damit hat Ebase erstmals prozentual mehr Menschen ausgemacht, die Geld am Kapitalmarkt anlegen wollen, als solche, die es auf ein Sparbuch einzahlen möchten. Die Neigung zur rentierlicheren Geldanlage sei bei vermögenderen und besser gebildeten Verbrauchern tendenziell stärker ausgeprägt, stellt man bei Ebase fest.

Die Umfrage-Autoren wollten auch wissen, welche Arten von Fonds hierzulande besonders beliebt sind. Das vermutlich nicht ganz uneigennützig: Ebase betreibt selbst eine Fondsplattform, über die Kunden von Finanzberatern in aktiv gemanagte Fonds sowie ETFs investieren können.

Erste Wahl bei den privaten Fonds-Interessenten sind demnach aktiv gemanagte Aktien- und Mischfonds sowie ETFs. Rund 20 Prozent jener Befragten, die 2022 Fondsanteile zu kaufen beabsichtigen, wollen in Indexfonds investieren – ein bemerkenswertes Plus gegenüber 2019, als das erst 7 Prozent der Befragten sagten, stellt man bei Ebase fest. Den Indexfolgern gegenüber aufgeschlossen zeigten sich wiederum insbesondere die Jüngeren.