Karolyn Krekic und Matthias Mohr im Interview „Fundamentales Research ist unsere DNA“

Karolyn Krekic und Matthias Mohr, die Vertriebsdoppelspitze für Finanzintermediäre bei Capital Group in Deutschland. | © Capital Group

Karolyn Krekic und Matthias Mohr, die Vertriebsdoppelspitze für Finanzintermediäre bei Capital Group in Deutschland. Foto: Capital Group

Sie beide leiten den Vertrieb für Finanzintermediäre bei Capital Group erst seit einigen Monaten. Mit welchen Schwerpunkten wollen Sie sich im Wettbewerb positionieren?

Matthias Mohr: Mit einer besonderen Investmentstrategie. Capital Group investiert seit mehr als 50 Jahren mit dem Capital System, bei dem Portfolios auf mehrere Manager aufgeteilt werden. Jeder Manager hat einen eigenen Stil und eigene Perspektiven. Manche Manager arbeiten mit einem kleinen Portfolio aus 20 Wertpapieren, andere halten über hundert Titel. Einige verfolgen einen Value-Ansatz, andere bevorzugen Growth-Ansätze. Am Ende entstehen stark diversifizierte Portfolios, die Risiken des Einzelmanagements begrenzen. Bei den jüngsten Morningstar Awards bekamen wir dafür schon Lob: Als beste Fondsgesellschaft für Anleihen und Gesamtsieger als beste Fondsgesellschaft.

Wie managen Sie im Capital System Korrelationen zwischen Anlageklassen?

Mohr: Wir kombinieren die Investitionsstile für jeden einzelnen Fonds. Dabei spielen natürlich auch Korrelationen eine Rolle.

Es gibt unzählige Fonds in der DACH-Region. Auf welche Schwierigkeiten stößt der Fondsvertrieb?

Mohr: Deutsche Anleger fürchten die Risiken des Aktienmarktes. Hierzulande dominieren Multi-Asset-Strategien die Fondsbranche. Auch sind Deutsche große Fans von günstigen ETFs. Es ist schwer, in Deutschland den Überblick über das Fondsangebot zu behalten. Uns hilft ein klares Profil. Wir stehen für aktives Asset Management, langfristige Strategien und fundamentales Research. Mitarbeiter von Capital Group leben diese Werte auf der ganzen Welt. Das kommt in Deutschland gut an.

Karolyn Krekic: In den vergangenen Jahren haben Vermögensverwalter in Deutschland unzählige Multi-Asset-Fonds aufgelegt. Viele dieser Anlageprodukte sind bereits wieder vom Fondsmarkt verschwunden. Ein ganz besonderes Merkmal der Capital Group sind langfristige Investitionsstrategien. Wir springen nicht auf jeden Trend auf, sondern setzen auf Kontinuität.

Frau Krekic, wie ist das Research bei Capital Group organisiert?

Krekic: Capital Group beschäftigt mehr als 170 Aktienanalysten, rund 40 Anleiheanalysten und zwölf Volkswirte für makroökonomisches Research. Außerdem arbeiten bei Capital Group über 100 Fondsmanager.

Mohr: Aktien- und Anleiheanalysten arbeiten bei uns Hand in Hand. Das ist längst nicht bei allen Vermögensverwaltern üblich, bietet aber Vorteile im Fondsmanagement. Auch sind die Research-Analysten bei Capital Group eng mit Portfoliomanagern verknüpft und können innerhalb sogenannter Research-Portfolios eigenständig handeln.

Welcher Fonds der Capital Group kommt bei Anlegern besonders gut an?

Krekic: In Deutschland ist der Capital Group New Perspective Fund (LUX) unser Flaggschifffonds. Capital Group hat den Aktienfonds am 30. Oktober 2015 für europäische und asiatische Investoren nach Europa gebracht. Seitdem haben Investoren knapp 4 Milliarden US-Dollar angelegt. Das Management investiert in Unternehmen, die von Veränderungen des Welthandels und Megatrends profitieren. Insgesamt hat Capital Group in Deutschland zehn Aktienfonds, zehn Rentenfonds und drei Multi-Asset-Fonds zum Vertrieb zugelassen.

Capital Group hat 2015 eine Niederlassung in Deutschland gegründet, Sie sind seit Ende 2018 mit an Bord. Wie entwickelt sich das Geschäft mit Finanzintermediären?

Krekic: Deutschland ist eine Kernregion in Europa. Allein die Erweiterung des Teams mit Matthias und mir zeigt, wie wichtig der Markt ist. Wir erweitern das Vertriebsteam in Frankfurt stetig, kürzlich haben wir sogar neue Büros bezogen. Den Fondsvertrieb bieten wir komplett mit deutschem Personal an.