Wohneigentum in deutschen Ferienregionen ist teuer. Wie viel Verkäufer im Schnitt für eine Drei-Zimmer-Wohnung im Bestand in beliebten Urlaubsorten verlangen, zeigt eine aktuelle Analyse des Portals Immowelt. Der Spitzenreiter im Kaufpreis-Ranking kommt auf mehr als 20.000 Euro pro Quadratmeter. Deutschlandweit werden auf vier Inseln sowie in einer Region auf dem Festland fünfstellige Preise verlangt.
„Die teuersten Ferienorte liegen klar an der Nordsee“, sagt Immowelt-Geschäftsführer Theo Mseka. Nach oben sei der Markt dabei offen. „Für die exklusivsten Objekte werden Preise nahe der Zehn-Millionen-Marke aufgerufen.“ Allerdings ist die Bandbreite nach wie vor groß.
Nordsee, Ostsee, Alpen: Wo Immobilienkäufer günstigere Alternativen zu den Top-Urlaubsorten finden
Wer am Meer nach günstigeren Alternativen zu den teuren Inseln sucht, kann sich an der Nordsee auf dem Festland umschauen. So zahlen Wohnungskäufer etwa in den niedersächsischen Küstengemeinden Butjadingen und Wurster Nordseeküste weniger als 3.100 Euro für den Quadratmeter.
An der Ostsee wird der höchste Kaufpreis im bekannten Seebad Timmendorfer Strand verlangt: Dort kosten Bestandswohnungen im Schnitt 6.394 Euro pro Quadratmeter. Auch in Grömitz liegt das Preisniveau mit 5.939 Euro pro Quadratmeter nur knapp darunter. Sparpotenzial gibt es auf den Ostseeinseln: In Göhren auf Rügen etwa liegen die Quadratmeter-Preise im Mittel bei 3.843 Euro, in Zinnowitz auf Usedom bei 4.244 Euro. Auch auf dem Festland gibt es günstigere Orte: In Stralsund etwa werden Bestandswohnungen im Schnitt für 2.672 Euro pro Quadratmeter angeboten.
Im Süden Deutschlands finden Käufer verhältnismäßig erschwingliche Wohnungen im Berchtesgadener Land nahe der österreichischen Grenze. In Schönau am Königssee kostet der Quadratmeter im Mittel 4.465 Euro, in Berchtesgaden sind es 4.510 Euro. Auch im Allgäu gibt es Orte wie Isny mit Kaufpreisen unter 4.000 Euro pro Quadratmeter.
Umfrage: Mehr als die Hälfte der Deutschen träumt von einer eigenen Ferienwohnung
Von einer Ferienimmobilie träumen viele Deutsche, zeigt eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey im Auftrag des Immobilienmaklers Myne Homes. Demnach würden 53 Prozent der Bundesbürger gerne in eine Ferienwohnung an der Küste oder in den Bergen investieren. Größte Hürde ist den Befragten zufolge die Finanzierung (46 Prozent), gefolgt von der Sorge um Bürokratie und rechtliche Unsicherheit (24 Prozent) – Tendenz im Alter steigend. Auch Verwaltung und Instandhaltung schrecken viele ab (21 Prozent).
Ob das Ferienhaus Wertanlage oder persönlicher Rückzugsort sein soll, hängt ebenfalls stark vom Alter ab. Während knapp 44 Prozent der Befragten über 50 Jahre ihre Immobilie vor allem selbst nutzen würden, würden jüngere Käufer auch auf Vermietung setzen.
Zur Immowelt-Analyse: Das Immobilienportal hat für die Berechnung der Kaufpreise den Angaben zufolge über immowelt.de inserierte Angebote in 68 ausgewählten deutschen Ferienorten ausgewertet. Die errechneten Werte geben die Quadratmeter-Preise von Bestandswohnungen (75 Quadratmeter, drei Zimmer, erster Stock, Baujahr 1990er-Jahre) zum 1. Juni 2026 wieder. Es handele sich dabei um Angebotspreise, nicht um Abschlusspreise, heißt es von Immowelt.
Wyk auf Föhr ist mit knapp 4.400 Einwohnern der größte Ort auf der nordfriesischen Insel Föhr. Für eine Eigentumswohnung werden dort im Schnitt 7.244 Euro pro Quadratmeter fällig.
