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"Kaum ein Tag ohne Investment-Studie"

Egon Wachtendorf
Egon Wachtendorf
Was hätte der Branchenverband BVI in den vergangenen Jahren alles für die Förderung des Aktienfondssparens in Deutschland tun können, wären seine Mitarbeiter nicht pausenlos mit Sonderwünschen der deutschen Aufseher bei der Umsetzung von EU-Vorgaben beschäftigt gewesen? So lautete an dieser Stelle die eher rhetorisch gemeinte Schluss-Frage in "Berliner Treppenwitze".

Bei näherer Betrachtung dessen, was den BVI und die ihn finanzierenden Gesellschaften in ihrer Bafin-freien Zeit sonst noch so umtreibt, war das vielleicht etwas blauäugig gedacht. Vergeht doch mittlerweile kaum noch ein Tag ohne aufwändig produzierte Investment-Studie, deren Ergebnis sich jeder potentielle Nutzer an fünf Fingern selbst hätte abzählen können.

Beispiel BVI: Anlässlich des Weltfondstages am 19. April ließ der Verband das Marktforschungsinstitut YouGov recherchieren, dass eine breite Mehrheit der Italiener, Portugiesen und Griechen sich vor Altersarmut fürchtet. Und ganz frisch überrascht die Union Investment mit der Erkenntnis, dass deutsche Großanleger im aktuellen Nullzins-Umfeld mehr Renditedruck verspüren als in früheren Zeiten.

Den Vogel schießt allerdings Fidelity ab mit einer Anfang der Woche veröffentlichten Analyse, ob Barack Obama ein guter oder schlechter Präsident für den US-Aktienmarkt ist. Ein guter natürlich, so das Ergebnis: Schließlich stieg der S&P 500 seit seiner Wahl um mehr als 100 Prozent. Wahnsinn – wer so argumentiert, sollte konsequenterweise gleich Ben Bernanke als Obamas Nachfolger vorschlagen.
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