KBC Bonds High Interest

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„Wir verkaufen jetzt nahezu jeden Dollar, den wir im Portfolio haben“, erklärt Karel de Cuyper, Fondsmanager des KBC Bonds High Interest (WKN: 974100). Vor einem Jahr war der internationale Rentenfonds noch zu 15 Prozent in der US-Währung investiert. Inzwischen hat er diesen Posten auf 7,3 Prozent heruntergefahren. „Der Dollar ist in großen Schwierigkeiten“, begründet de Cuyper. Anfang 2007 bekam man für einen US-Dollar noch 75 Euro-Cent, heute sind es nur noch 68 Cent.

„Dollar-Anleihen sind derzeit viel zu teuer“, so de Cuyper weiter. „Sie sind für europäische Anleger kein attraktives Investment.“ Der Fondsmanager der belgischen KBC vergleicht die Angebote auf den internationalen Rentenmärkten mit den Schuldscheinen der Bundesrepublik Deutschland, die für Investoren aus der Eurozone als sicherer Hafen gelten. „Gegenüber einer 10-jährigen Bundesanleihe bieten vergleichbare US-Anleihen derzeit 0,27 Prozentpunkte weniger Rendite.“ Außerdem besteht hier das Risiko eines weiter fallenden Dollarkurses.

Das Gleiche gelte für Anleihen, die in Kanadischen Dollar notiert sind. Sie kommen daher bei de Cuyper ebenfalls nicht ins Portfolio, obwohl Kanada zu den größten Profiteuren des aktuellen Booms der Rohstoffpreise sei. Um von diesem Trend zu profitieren, setzt de Cuyper derzeit vor allem auf Anleihen, die in Britischem Pfund, Australischem Dollar oder Norwegischer Krone notiert sind. Sie machen gegenwärtig jeweils etwa ein Zehntel des Fonds aus.

„Zurzeit investiere ich aber auch vergleichsweise stark in türkische Anleihen.“ Diese Papiere seien 2007 besonders gut gelaufen. In der Portfolioaufteilung des Fonds kommen sie mit 9,1 Prozent derzeit auf den vierten Platz. „Für die Zukunft erwarte ich, dass die Neue Türkische Lira um bis zu 4 Prozent abwertet“, so de Cuyper. „Mit einem Zinssatz von mehr als 17 Prozent ist die Türkei jedoch immer noch attraktiv.“

Diese Prognosen volkswirtschaftlicher Daten zur Zins- und Wechselkursentwicklung bilden für de Cuyper die Grundlage seiner Portfoliozusammenstellung. „Ich bevorzuge Anlagen in Währungen, die eine hohe Rendite bieten, deren Währungsrisiko gegenüber dem Euro aber eher begrenzt ist.“ Euro-Bonds spielen keine Rolle. Der Niederländer versucht vielmehr, die Chancen exotischer Währungen zu nutzen. Der Mexikanische Peso zum Beispiel ist mit 8,5 Prozent im Portfolio vertreten. Grund: In Mexiko erwartet de Cuyper einen rasanten Aufholprozess gegenüber dem reichen Nachbarn im Norden.

Auch in Südafrika sei ein solcher Konvergenzprozess zu erwarten. Das Land am Kap der Guten Hoffnung stimmt de Cuyper vor allem wegen der hohen Goldvorräte optimistisch. Zurzeit ist er dort zwar nur mit etwa 3 Prozent des Fonds investiert, doch schon in zwei bis drei Monaten könnte er diesen Anteil aber auf mehr als das Vierfache erhöht haben. Trennen könnte er sich dann von Schwellenländer-Anleihen, die sich stabilisiert haben. Das treffe unter anderem auf Russland und Brasilien als die großen Neuen im Welthandel zu, die im Fonds bislang noch mit 6,8 beziehungsweise 5,3 Prozent vertreten sind.

Ins Portfolio wandern ausschließlich Anleihen von Schuldnern mit erstklassiger Bonität. Renten mit dem Top-Rating AAA kommen derzeit auf einen Portfolioanteil von 57 Prozent. Etwa 80 Prozent der Anleihen stammen von staatlichen oder halbstaatlichen Emittenten.De Cuyper: „Ich bevorzuge Anlagen in Auslandswährungen, die eine hohe Rendite bieten, deren Währungsrisiko gegenüber dem Euro aber eher begrenzt ist.“

Mit dieser Strategie schaffte der 1989 aufgelegte Fonds in den vergangenen 10 Jahren eine Wertsteigerung um 80,9 Prozent und war damit im Langzeitvergleich der Rating-Agentur Morningstar der beste in Euro notierte, weltweit anlegende Anleihenfonds in Deutschland. Morningstar bewertet den Fonds mit der Bestnote von fünf Sternen. Im vergangenen Jahr erzielte er eine Rendite von 3,4 Prozent. Das waren 3 Prozentpunkte mehr als beim Durchschnitt seiner Vergleichsgruppe bei Morningstar.

Der Ausgabeaufschlag beträgt 2,5 Prozent. Die jährliche Verwaltungsgebühr liegt bei 0,9 Prozent.

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