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Berufsunfähigkeitsversicherung „Kein einziger Kunde musste wegen BU-Rente vor Gericht ziehen“

Matthias Helberg
Matthias Helberg: Der Versicherungsmakler sprach mit DAS INVESTMENT über Trends, Prämienentwicklung und Leistungspraxis in der BU-Versicherung. | Foto: Matthias Helberg

DAS INVESTMENT: Wie hat sich der Markt für BU-Versicherungen in den letzten fünf bis zehn Jahren entwickelt?

Matthias Helberg: Einerseits beobachten wir, dass einige Versicherer sich bemühen, die Gesundheitsfragen im Antragsformular besser zu formulieren. Das ist sicherlich positiv zu sehen. Andererseits werden die Versicherungsbedingungen aus unterschiedlichen Gründen immer weiter aufgebläht. Aus heutigen BU-Bedingungswerken könnte man eigentlich die Hälfte aller Sätze streichen und hätte noch immer ein gut funktionierendes Regelwerk. Die Berufe und Berufsgruppen werden immer weiter differenziert. Manche Versicherer unterscheiden allein 30 Arten von Schülern. Das ist nicht mehr nachvollziehbar.

Welche Kriterien muss eine gute BU-Versicherung erfüllen?

Helberg: Eine gute BU-Versicherung findet zunächst einmal einen Weg, auch Menschen mit Besonderheiten im Beruf, in der Freizeit oder mit Vorerkrankungen zu versichern. Sie bietet den Versicherten flexible Gestaltungsmöglichkeiten während der Vertragslaufzeit. Im Leistungsfall steht die Hilfe für die Versicherten im Vordergrund.

Man hört derzeit des Öfteren, dass die Prämien-Schere zwischen körperlich und geistig Tätigen immer größer wird. So müssen Büroarbeiter immer weniger für ihre BU-Absicherung bezahlen, während die Beiträge für Handwerker immer weiter steigen. Können Sie das bestätigen?

Helberg: Es gibt nach unserer Beobachtung keinen allgemeingültigen Trend: Für manche Berufe wird es teurer, für andere günstiger. Manche Versicherer erhöhen die Beiträge für bestimmte Berufe, andere senken sie für die gleichen Berufe. Auf unserer Website haben wir eine kleine Übersicht verschiedenster Berufe mit den Beiträgen aus 2017 und 2022

In welchen Fällen ist eine Erwerbsunfähigkeits-, eine Grundfähigkeits- oder eine Dread-Disease-Versicherung eine gute Alternative zur BU-Versicherung?

Helberg: Für Menschen, die sich keine BU-Versicherung leisten können, ist eine Erwerbsunfähigkeitsversicherung eine gute Alternative. Jedenfalls, sofern sie bereit sind, jede andere Tätigkeit auszuüben und nicht nur ihren aktuellen Beruf. Grundfähigkeitsversicherungen und Dread Disease-Policen sind aus meiner Sicht keine Alternative zur BU-Versicherung. Im Einzelfall können sie eine sinnvolle Ergänzung einer BU-Versicherung darstellen.

Wie sieht es mit der Leistungspraxis in der BU-Versicherung aus? Wie hoch ist der Anteil der Anträge auf eine BU-Rente, die ohne weiteres bewilligt wurden? Wie oft mussten Sie Widerspruch einlegen oder vors Gericht ziehen, damit der Antrag letztendlich genehmigt wird?

Helberg: Meinen ersten BU-Leistungsfall habe ich vor 20 Jahren begleitet. In all den Jahren musste kein einziger Kunde vor Gericht ziehen, um seinen Leistungsanspruch durchzusetzen. Einer hätte es probieren sollen, wollte aber nicht. Über alle Jahre gesehen wurden rund 90 Prozent unserer Leistungsfälle anerkannt. Die meisten Berufsunfähigen bleiben es bis zum Ende – des Vertrages oder des Lebens. Die langjährigen Erfahrungen aus der Begleitung der Leistungsfälle nutzen wir für die Beratung beim Abschluss.

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