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Kein Fortkommen in Griechenlandkrise

Deutsche Unternehmen rechnen stärker mit Grexit

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„Natürlich bereiten sich Unternehmen auf einen möglichen Austritt Griechenlands aus der Eurozone vor.“ Wer ein solches Szenario ignoriere, handele fahrlässig. Ein Austritt Griechenlands aus der Europäischen Union werde dagegen nicht durchgespielt.

Nachdem die Verhandlungen zwischen Griechenland und den Geldgebern zur Auszahlungen der letzten Kredittranche aus dem laufenden Rettungspaket seit Monaten auf der Stelle treten, spielen Ökonomen und Unternehmen verschiedene Griechenland- Szenarien durch. Am Freitag endete das Treffen der Euro- Finanzminister in Riga erneut in frostiger Atmosphäre und ohne Ergebnis.

Der Citigroup-Ökonom Ebrahim Rahbari, der einst den Begriff des „Grexit“ prägte, geht mittlerweile von einem ganz anderen Verlauf aus. „Grimbo“ ist für ihn eine ebenso mögliche Variante: Es handelt sich dabei um eine Phase, in der sich Griechenland für eine absehbare Zeit in der Schwebe („Limbo“) befindet, jedoch im Euro verbleibt. In einem ersten Szenario geht der Ökonom von einem Zahlungsausfall aus, der nicht zu einem Euro-Austritt führt, sondern ein Schockmoment in Griechenland auslöst, das die Bereitschaft zur Einigung für Reformen ebnet. In einem zweiten Szenario erwartet der Ökonom, dass es gar nicht zur Einigung kommt. Griechenland wird in diesem Szenario jedoch der Verbleib in der Eurozone ermöglicht, indem eine Parallelwährung in Form von Schuldscheinen eingeführt wird.

Auch Börner erwartet keinen Ausstieg Griechenlands aus der Eurozone. Durch eine Parallelwährung könne ein „chaotischer Zusammenbruch“ des Landes verhindert werden, so der BGA-Chef. Weil Griechenlands Wirtschaft innerhalb des Euros nicht konkurrenzfähig ist, wäre die Einführung einer Parallelwährung ein möglicher Weg.

Eine Lösung des Problems erwartet Börner damit auf absehbare Zeit allerdings nicht. Die Europäischen Zentralbank (EZB) gebe Griechenland zwar mit ihrer expansiven Geldpolitik Zeit, an einer Lösung zu arbeiten. Die Griechenland-Frage werde die Eurozone aber auch weiterhin belasten. Der Euro werde langfristig nicht steigen, erwartet der BGA-Chef. Durch die expansive Geldpolitik der EZB werde das Nord-Südgefälle in Europa sogar noch verstärkt. Denn die „Politik des schwachen Euros“ führe dazu, dass deutsche Produkte billiger würden, der deutsche Leistungsbilanzüberschuss und das Nord-Südgefälle wachse.

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