SAM-Gründer Reto Ringger

SAM-Gründer Reto Ringger

Kein Platz mehr für Schweizer Bankgeheimnis

//

Wenn der Schweizer Finanzplatz in Bezug auf transparente Geschäftsführung und nachhaltige Investitionen eine Vorbildrolle anstrebe, habe das Bankgeheimnis keinen Platz mehr.
Die Finanzkrise biete der Schweiz eine einmalige Chance, sich völlig neu zu positionieren, meint Ringger. „Die Welt braucht im Finanzbereich einen Ethik-Leader, einen Finanzplatz, der mit dem guten Beispiel vorangeht und entsprechendes Knowhow aufbaut.“ An die Stelle der heimlichen und ausschließlich renditeorientierten Vermögensverwaltung müssten Geschäftsmodelle mit neuen Werten treten: Transparenz, nachhaltige Investitionen in zukunftsträchtige Firmen und Produkte, kontrollierbare Fairness.
„Es ist verrückt“, so Ringger. Im Januar habe Abu Dhabi eine große Konferenz zum Thema Investitionen im Clean-Technology-Bereich organisiert. „Anstatt, dass die Schweiz so einen Cluster aufbaut, fängt ein Wüstenstaat damit an.“ Dabei hätten die Eidgenossen „die mit Abstand beste Ausgangslage.“ Doch statt „diese Riesenchance zu packen“, versteife man sich auf Problemanalysen und die Verteidigung überholter Werte.
Ringger gründete 1995 die Sustainable Asset Management (SAM). Im vergangenen Jahr verließ er die auf grüne Investments spezialisierte Fondsgesellschaft. Nun will er eine Firma aufbauen, die wie SAM nachhaltige Investments anbietet. Die Nachhaltigkeit und Transparenz soll allerdings noch weiter gehen: So soll das Management das Investitionsrisiko mittragen. Dass die Banker bislang nur von den Gewinnen profitierten und auch bei Verlusten Boni einstrichen, hält Ringger für einen entscheidenden Treiber der Finanzkrise, heißt es in der Basler Zeitung.


Mehr zum Thema
„Cleantech-Firmen sind Profiteure der Krise“ Willkommen im 21. Jahrhundert Unternehmensgründer verlässt Sam