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Keine Abzocke im Niedrigzinsumfeld CDU kämpft gegen Wucher-Dispozinsen

Die Dispozinsen gingen zwar im Vergleich zum Vorjahr leicht zurück. Doch mit den 10,25 Prozent, die die 1 472 deutschen Banken und Sparkassen im Schnitt von ihren Kunden für die Überziehung des privaten Girokontos verlangen, sind sie noch weit von einem fairen Zins entfernt. Das stellte die Stiftung Warentest in einer Studie fest.

Nach Einschätzung von Stiftungsvorstand Hubertus Primus müsste ein fairer Zins deutlich unter 10 Prozent liegen. Die Deutsche Kreditwirtschaft (DK) geht sogar noch weiter und beziffert den Durchschnittssatz unter Verweis auf den Monatsbericht der Deutschen Bundesbank vom Juli 2015 auf 8,83 Prozent.

Doch das ist noch nicht alles. Viele Institute machen ihren Kunden nicht deutlich, wie viel sie im Fall einer Kontoüberziehung zu zahlen haben. So sind bei 56 Instituten laut der Stiftung-Warentest-Studie die Angaben so unklar, dass sie damit gegen die Preisangabenverordnung verstoßen.

Nun will die CDU Schluss mit den Wucherzinsen machen. Im Gespräch mit der Bild-Zeitung kündigte Jan-Marco Luczak, CDU-Bundestagsabgeordneter und stellvertretender Vorsitzende des Rechtsausschusses des Bundestags, eine entsprechende Gesetzesinitiative an.

Damit will die CDU die zu hohen Dispozinsen zwangsweise reduzieren. Wenn die Branche „nicht freiwillig mehr Transparenz schafft und am Markt orientierte Zinsen nimmt, müssen wir über gesetzgeberische Maßnahmen nachdenken“, sagt Luczak. „Hohe Dispozinsen gehen bei dem derzeitigen Zinsniveau gar nicht“. 

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