Maarten Vankan (l.) und Jan Willem Berghuis sind Fondsmanager bei Kempen Capital Management

Maarten Vankan (l.) und Jan Willem Berghuis sind Fondsmanager bei Kempen Capital Management

Kempen Capital Management

„Small Caps sind unsere DNA“

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DER FONDS: Es gibt in Deutschland kaum mehr als ein Dutzend globale Small-Cap-Fonds, und die wenigsten davon haben in der Vergangenheit überzeugt. Was wollen Sie besser machen?

Jan Willem Berghuis: Wir sind bei unserem Markt-Research ebenfalls zu diesem Ergebnis gekommen. Auch Kunden, die nach einem solchen Produkt suchen, haben uns Ähnliches berichtet. Da lag es nahe, selbst mit einem solchen Angebot zu kommen, zumal wir über eine lange Erfahrung und einen guten Track-Record mit niederländischen und europäischen Small-Cap-Fonds verfügen. Small Caps sind unsere DNA. Wenn man diesen Bereich erfolgreich weltweit abdecken will, kommt es vor allem auf zwei Faktoren an: ein starkes Team und ein strukturierter Investmentrahmen.

Wie stark ist denn Ihr Team?

Maarten Vankan: Wir sind zu dritt. Außer uns arbeitet noch Ewan Millar am Fonds mit, der zusammen mit unserem achtköpfigen europäischen Small-Cap-Team in Edinburgh sitzt. Zusammen verfügen wir über fast 40 Jahre Investmenterfahrung, wobei ich selbst in den vergangenen 15 Jahren mehrere globale Aktienportfolios bei Cyrte, ABN Amro und Aegon gemanagt habe.

Und der Investmentrahmen? Nach welchen Kriterien wählen Sie Aktien für Ihr Portfolio aus?

Vankan: Unser Prozess besteht aus zwei Phasen. In der ersten Phase filtern wir anhand qualitativer Kriterien und der Bewertung die besten 10 Prozent der Small-Cap-Aktien heraus. Dadurch schrumpft das Investment-Universum von 6.000 auf 600 Aktien. In der zweiten Phase betrachten wir die verbliebenen Unternehmen einzeln und bewerten ihre Wachstumsmöglichkeiten. Dabei suchen wir vor allem nach führenden Firmen in Nischenmärkten. Im Portfolio landen am Ende 100 Aktien.

Wie nah sind Sie mit Ihrer Auswahl am Index?

Vankan: Aktuell halten wir gerade einmal zwei Aktien, die im MSCI World Small Cap gelistet sind. Wir wollen eine breite Streuung über alle Regionen und Sektoren.

Gibt es bei der Marktkapitalisierung Ober- beziehungsweise Untergrenzen?

Berghuis: Unsere Untergrenze liegt bei 250 Millionen Euro und das Maximum bei 4 Milliarden Euro Marktkapitalisierung.

Spielen Dividenden eine Rolle?

Vankan:
Da haben wir keine festen Vorgaben. Wir mögen aber durchaus Unternehmen, die ihren Aktionären eine Dividende zahlen. Sie haben eher einen Blick dafür, wenn es um Entscheidungen rund um die Allokation von Kapital geht.

Können Sie eine Aktie nennen, die seit der Auflegung dabei ist, und was diese für Sie attraktiv macht?

Berghuis: Ein gutes Beispiel für den Typ Unternehmen, den wir suchen, ist Steiner Leisure, ein Anbieter von Spa-Behandlungen auf Kreuzfahrten. Wir halten das für einen sehr attraktiven Markt mit hohen Zugangsbarrieren. Steiner hat in dieser Nische eine dominante Stellung, und die Margen im Bereich von Schönheitsprodukten sind sehr hoch. Zudem gibt es viele Synergien zwischen dem Kreuzfahrt-Geschäft und den anderen Spa-Betrieben des Unternehmens.

Wo finden Sie derzeit die meisten interessanten kleinen Firmen – in den USA, in Europa, in Japan oder in den Schwellenländern?

Vankan: Wir finden in allen Regionen attraktive Small Caps. Rund die Hälfte unseres Portfolios entfällt allerdings auf US-Titel. Schwellenländer spielen mit 5 Prozent derzeit nur eine untergeordnete Rolle.

Haben Sie auch deutsche Firmen an Bord?

Berghuis: Ja, zum Beispiel den Kabelhersteller Leoni. Zwar hat das Unternehmen in den vergangenen Quartalen enttäuscht. Langfristig sind wir jedoch von seinen Perspektiven überzeugt. Es hat eine starke Marktposition und einen soliden Kundenstamm.

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