Kevin Kühnert übernimmt bei der Bürgerbewegung Finanzwende die Leitung des Bereichs Steuern, Verteilung und Lobbyismus. Das hat der Verein bekannt gegeben.

Kühnert begründet seinen Wechsel in der Mitteilung damit, dass extreme Ungleichheit nicht nur Lebenschancen verbaue, sondern auch Debatten in Medien und Politik verzerre. Reichtum werde weltweit immer offener als Machtinstrument missbraucht. Es brauche starke überparteiliche Anstrengungen, um sich dem entgegenzustellen. „Finanzwende ist auf dem besten Weg, ein effektives Gegengewicht der Finanzlobby zu werden - und ich möchte aktiv dazu beitragen, dass dieses Mammutprojekt gelingt.“

Der 36-Jährige war zuvor fast 20 Jahre lang in der SPD aktiv. Von 2017 bis 2021 führte er die Jusos als Bundesvorsitzender, anschließend war er bis Herbst 2024 Generalsekretär der SPD. Bei der Bundestagswahl 2021 gewann er das Direktmandat in Berlin Tempelhof-Schöneberg. Kühnerts Stelle ist laut Finanzwende-Mitgründer und Vorstand Gerhard Schick eine von 15 neuen Positionen bei Finanzwende im Jahr 2025.

Finanzwende wurde 2018 anlässlich des zehnten Jahrestages der Lehman-Brothers-Pleite gegründet. Der Verein finanziert sich nach eigenen Angaben unabhängig, hat mehr als 17.000 Mitgliedern und setzt sich für stabilere, faire und nachhaltige Finanzmärkte ein.