KfW: D-Mark wäre teuer für Deutschland

Von wegen „gute alte D-Mark“. Die Rückkehr zur eigenen deutschen Währung hätte Deutschland in zwei Jahren 50 bis 60 Milliarden Euro gekostet. Das errechneten Analysten der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) in einer Abschätzung.

Ausgangsgedanke ist, dass viele Deutsche den Euro zunehmend als Bürde empfinden. Kritiker wünschen sich bereits die D-Mark zurück. Deshalb ging die KfW einem Szenario nach, dass Deutschland bereits 2009 zur D-Mark zurückgekehrt wäre. Sie rechnete für die vergangenen zwei Jahre, wie es der Exportnation Deutschland mit der D-Mark ergangen wäre.

Dabei ging die KfW von einer eigenen Notenbank, der Wiedereinführung der D-Mark und einer ähnlichen Entwicklung der Inflation seit 2009 aus. Weil die deutsche Wirtschaft seitdem ein weitaus stärkeres Wirtschaftswachstum hatte als die Nachbarländer, wäre dementsprechend der Außenwert der D-Mark gestiegen. Zinssteigerungen hätte es auch gegeben.

Beide Effekte hätten das Wirtschaftswachstum gegenüber der tatsächlichen Entwicklung unter dem Euro gedämpft. Im Ergebnis kommen die KfW-Experten auf einen Wachstumsvorteil von 2 bis 2,5 Prozentpunkten für den zweijährigen Zeitraum durch die Eurozone. Bezogen auf das deutsche Bruttoinlandsprodukt (BIP) macht das etwa 50 bis 60 Milliarden Euro. So betrachtet ein klares Votum für den Euro.

Ob man diese Summen den Milliarden gegenüberstellen kann, die Deutschland dem europäischen Rettungsschirm, der Europäischen Finanzstabilisierungsfazilität (EFSF), zur Verfügung stellt, ist eine andere Frage.

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