Mit dem Ende der Corona-Lockdowns stieg auch die Zahl der Verkehrsunfälle. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes kamen in den ersten sechs Monaten des vergangenen Jahres 131 Menschen mehr ums Leben als im 1. Halbjahr 2021.

Die Häufigkeit der Kfz-Schäden in der Kasko-Versicherung hingegen nahm 2022 nicht wesentlich zu. Allerdings stiegen mit der Inflation auch die Reparaturkosten. In der Vollkaskoversicherung haben sie sich um knapp 25 Prozent und in der Teilkasko um mehr als 8 Prozent erhöht. Das zeigt die Kfz-Versicherungsbilanz 2022 von Leaseplan Deutschland, einem Spezialisten für Autoleasing und Fuhrparkmanagement.

Jörg Asmussen, Hauptgeschäftsführer des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) kann das bestätigen. „Sowohl die Ersatzteile als auch die Arbeit in den Kfz-Werkstätten werden immer teurer“, sagt er. Dieser Trend zeige sich bereits seit Längerem. „Im vergangenen Jahr dürfte ein durchschnittlicher Sachschaden in der Kfz-Haftpflichtversicherung von Pkw mit rund 3.700 Euro zu Buche geschlagen haben – 2013 waren es noch 2.400 Euro“, so Asmussen. Als Grund nennt der GDV-Chef die steigende Inflation.

 

 

Ausgaben werden um 12 Prozent steigen

Diese Entwicklung dürfte sich auch in diesem Jahr fortsetzen – mit gravierenden Folgen für die Versicherungsbranche. Die Auto-Versicherer werden deutlich mehr Geld ausgeben als sie einnehmen. Laut Hochrechnung des GDV werden die deutschen Kfz-Versicherer in diesem Jahr voraussichtlich einen Verlust von mehr als 2,5 Milliarden Euro machen.

Im Vergleich zum Vorjahr dürften die Einnahmen der Kfz-Versicherer um 3,7 Prozent steigen, die Ausgaben jedoch um rund 12 Prozent. Die Autofahrer zahlen in diesem Jahr für die Absicherung ihrer Fahrzeuge voraussichtlich rund 30,2 Milliarden Euro, erklärt der Versichererverband. Die Versicherer hingegen würden über 32,8 Milliarden Euro für Schäden und Verwaltung ausgeben müssen. „Unter dem Strich stehen jedem eingenommenen Euro Ausgaben von 1,09 Euro gegenüber“, rechnet Asmussen vor.