Ende November haben Autobesitzer meist einen festen Termin im Kopf: den Kfz-Versicherungswechsel. Weshalb? Der 30. November gilt dafür als jährlicher Stichtag. Denn eine Kündigung der Versicherung muss bis einen Monat vor Laufzeitende vorliegen und die überwiegende Zahl der Verträge läuft auf das Kalenderjahr.
Warum du deine KFZ-Versicherung regelmäßig prüfen solltest
Ähnlich wie beim Handy- oder Stromvertrag, lohnt es sich auch bei der Kfz-Versicherung diese jährlich zu prüfen. Denn nicht selten erhöhen die Versicherer die Beiträge.
So meldete beispielsweise Verivox, dass die Beiträge derzeit bis zu 16 Prozent über dem Vorjahr liegen. Wechsler können damit laut dem Vergleichsportal bis zu 31 Prozent sparen, da Versicherer Neukunden mit günstigen Preisen locken.
So stark steigen die jeweiligen Kfz-Tarife:
- Der Beitrag für die Vollkasko-Versicherung im günstigen Preissegment steigt um 16 Prozent,
- Haftpflicht-Tarife verteuern sich um 12 Prozent gegenüber Oktober 2022 und
- Teilkasko-Tarife liegen 11 Prozent über dem Vorjahr.
„Für die Versicherer sind diese Prämienanpassungen dringend notwendig. Eine inflationsbedingte Verteuerung der Reparaturkosten und gestiegene Schadenquoten schicken die Sparte in diesem Jahr in tiefrote Zahlen“, rechtfertigt Wolfgang Schütz, Geschäftsführer der Verivox Versicherungsvergleich die Preiserhöhung.
Ähnliche Daten meldet Check 24. Das Konkurrenzportal kommt ebenfalls zu dem Schluss, dass die Versicherungsbeträge zwar gestiegen seien, es aber durchaus einen Preiskampf unter Kfz-Versicherern gebe, von dem Verbraucher profitieren können. Im Vergleich zum Sommer 2023 seien die Preise für Kfz-Versicherungen bereits um 10 Prozent gesunken, so die Check-24-Analysten.
Ein Überblick der vergangenen Jahre zeigt, dass der Kfz-Haftpflichtbeitrag voraussichtlich im November den Tiefpunkt erreichen wird. Dabei sind die Analysten des Vergleichsportals überzeugt, dass sich dieser Verlauf auch in diesem Jahr wiederholen wird.
Beispielberechnungen des Portals zeigen, dass eine Familie durch den Vergleich unterschiedlicher Anbieter bis zu 47 Prozent des Beitrags sparen kann. Beim teuersten Anbieter zahlt die Familie für ihren Skoda Octavia Combi 2.0 jährlich 900 Euro Beitrag inklusive Vollkasko. Der günstigste Anbieter verlangt nur 481 Euro. Das ist eine jährliche Ersparnis von 420 Euro für die Familie.
Ein weiteres Beispiel: Eine Kfz-Versicherung mit Vollkasko für den Audi e-tron Sportback 50 Quattro kostet beim teuersten Anbieter 1.240 Euro im Jahr. Das günstigste Angebot liegt bei 386 Euro. Das sind 69 Prozent weniger Kfz-Beitrag im Jahr.
Wie sich der Kfz-Versicherungsbetrag berechnet
Wer nun prüfen möchte, ob es sinnvoll ist die Kfz-Versicherung zu wechseln, sollte wissen, wie sich der Betrag errechnet. Die Höhe hängt nämlich von einigen Faktoren ab und lässt sich nicht pauschal feststellen. Zu den Kriterien gehören unter anderem:
- Der Fahrzeugtyp
- Die Regionalklasse: In welcher Stadt das Fahrzeug gemeldet ist (in der Regel dein Wohnort). Wieso ist das für Versicherer wichtig? Sturm, Hagel, Wildunfälle, Diebstähle – die Regionalklasse spiegelt die Schadensbilanz der Region wider, in der dein Fahrzeug zugelassen ist.
- Die Typklasse: Diese zeigt die Schadens- und Unfallbilanz eines in Deutschland zugelassenen Automodells an. Je öfter ein Modell in Unfälle verwickelt ist, desto höher ist die Typklasse.
- Der Schadenfreiheitsrabatt: Dieser berechnet sich nach der Schadenfreiheitsklasse (SF-Klasse). Wer also keine Schäden an seinem Auto verursacht, wird vom Kfz-Versicherer mit dem sogenannten Schadenfreiheitsrabatt belohnt. Die SF-Klasse kann auch innerhalb einer Familie übertragen werden. Jedoch kann man nur so viele schadenfreie Jahre übernehmen, wie man im Besitz eines Führerscheins ist. Außerdem sollte der Empfänger auch regelmäßig mit dem Auto gefahren sein. Manche Versicherungen verlangen auch, dass er im selben Haushalt lebt wie derjenige, der die SF-Klasse abgibt.
- Alter des Fahrers beziehungsweise Alter der Fahrberechtigten
- Jährliche Fahrleistung des Fahrers

