in AktienLesedauer: 6 Minuten

Die Wertschöpfungskette im Blick behalten Weshalb der KI-Trend weiterhin ein Impulsgeber für den Aktienmarkt bleiben wird

Blick in ein Rechenzentrum: Unternehmen wie Alphabet, Microsoft sowie Meta bauen ihre Rechenleistung derzeit massiv aus.
Blick in ein Rechenzentrum: Unternehmen wie Alphabet, Microsoft sowie Meta bauen ihre Rechenleistung derzeit massiv aus. | Foto: Imago Images / Westend61

Obwohl es sich bei KI um eine bereits seit Längerem im Einsatz befindliche Technologie handelt, hat die Vorstellung des KI-Sprachmodells Chat GPT Ende 2022 der breiten Öffentlichkeit einen ersten Einblick in das wahre Potenzial eröffnet und die erste Phase des KI-Zyklus eingeleitet.

Die Finanzmärkte haben relativ schnell die Nutznießer dieser ersten Phase identifiziert. Unternehmen aus der Halbleiterindustrie, die die Infrastruktur für das Trainieren und Betreiben dieser großen Sprachmodelle bereitstellen, verzeichneten in den vergangenen zwölf Monaten beeindruckende Zuwächse bei ihren Aktienkursen.

Das auf Grafikkarten (GPUs) spezialisierte Unternehmen Nvidia stand dabei im Fokus dieser Entwicklung und weist inzwischen mit circa 2,3 Billionen US-Dollar (+200 Prozent in den zurückliegenden zwölf Monaten) nach Apple und Microsoft die drittgrößte Marktkapitalisierung an der Wall Street auf. GPUs sind das Herzstück beim Erstellen großer KI-Modelle.

Hohe Nachfrage durch Rechenzentren

Viele Unternehmen der Halbleiterindustrie, die in der Wertschöpfungskette gut positioniert sind (zum Beispiel TSMC, Micron, Applied Materials, KLA), profitierten ebenfalls von deutlichen Kursaufschlägen. Im Vergleich zu Nvidia werden allerdings die KI-induzierten Erlöse größtenteils noch erwartet.

 

1.200% Rendite in 20 Jahren?

Die besten ETFs und Fonds, aktuelle News und exklusive Personalien erhalten Sie in unserem Newsletter „DAS INVESTMENT Daily“. Kostenlos und direkt in Ihr Postfach.

Bei den größten Kunden für die KI-Chips handelt es sich um die sogenannten Hyperscaler Alphabet, Amazon (AWS), Microsoft (Azure) sowie den Social-Media-Giganten Meta. Diese Unternehmen investieren massiv in den Ausbau ihrer Rechenzentren, um schnellstmöglich die technologische Führerschaft zu etablieren und im nächsten Schritt KI-Anwendungen zu monetisieren.

Um die teils gigantischen Rechenzentren zu betreiben, sind zusätzliche Komponenten im Bereich Netzwerk, Breitband und Speicher notwendig. Die Aktienkurse der führenden Unternehmen in diesen Segmenten (beispielsweise Broadcom, Marvell) wiesen ebenfalls imposante Kurs-Zuwächse auf.

Aufgrund der weiterhin massiven Investitionen und staatlichen Subventionen dürfte das Momentum der ersten KI-Welle noch mehrere Quartale anhalten und sich bei vielen Unternehmen ertragsmäßig positiv bemerkbar machen. Dabei sollte das Augenmerk auf den Unternehmen liegen, die in der Wertschöpfungskette Halbleiter/Rechenzentren nahezu unverzichtbar sind.

Trendwechsel innerhalb des Technologiebereichs

Das Aufkommen des KI-Hypes brachte zugleich auch einen Trendwechsel innerhalb des Technologiebereichs mit sich. Während Software-Unternehmen mit ihren SaaS-Angeboten oftmals margenstärker unterwegs waren und in den vergangenen Jahren eine Outperformance gegenüber Hardware-Herstellern erzielten, hat sich dies in den zurückliegenden zwölf Monaten umgekehrt. Da Hardware-Hersteller oft als „Enabler“ (also Möglichmacher) dieser neuen Technologie angesehen werden, werden Software-Unternehmen nicht per se dieser Kategorie zugeordnet.