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Digitaler Versicherungsvertrieb „KI wird den Maklerbetreuer ersetzen"

DKM-Diskussionsrunde „KI im Versicherungsvertrieb - Was will der digitale Kunde und was kann der Versicherer leisten?“
Gut besucht: DKM-Diskussionsrunde „KI im Versicherungsvertrieb - Was will der digitale Kunde und was kann der Versicherer leisten?“ mit Thomas Heißmeyer, Gesellschafter von Engaige, Bastian Kunkel, Chef und Gründer von Versicherungen mit Kopf, Vitali Kurnatowski, Product Owner bei Axa, moderiert von Moritz Delbrück von Flexperto (v. li.). | Foto: Svetlana Kerschner

Künstliche Intelligenz (KI) gehört mittlerweile zu den meistdiskutierten Themen unter den Versicherungsspezialisten. Das zeigte sich auch auf der diesjährigen DKM. Die Vortragsreihe zu ChatGPT & Co. am zweiten Messetag war außerordentlich gut besucht, wer zu spät kam, bekam bei den meisten Vorträgen und Diskussionsrunden keinen Sitzplatz mehr.  

Torben Tietz, geschäftsführender Partner der Unternehmensberatung MSR Consulting Group, zeigte anhand der Ergebnisse seiner exklusiven Studie auf, wo KI im Vertrieb von Versicherungen eingesetzt werden kann und wo sie bereits eingesetzt wird. Danach diskutierten mehrere Digitalisierungs-Experten darüber, was der digitale Kunde will und wie Versicherer diese Wünsche erfüllen können – mit oder ohne KI.

„Menschen vertrauen Menschen“

Dass KI den Versicherungsmakler nicht ersetzen wird, darüber sind sich die Experten weitgehend einig. „Menschen vertrauen Menschen“, sagt Bastian Kunkel, Chef und Gründer des Maklerbetriebs „Versicherungen mit Kopf“. ChatGPT könne den Beratungsprozess vorbereiten und strukturieren, so der Chef und Gründer der Online-Versicherungsberatung „Versicherungen mit Kopf“. Die letzten fünf Meter gehören aber dem menschlichen Berater, „der mit dem Kunden über die Ziellinie geht“.

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Anderen Mitarbeitern von Versicherungsgesellschaften könnten ChatGPT & Co. nach Kunkels Auffassung jedoch sehr wohl gefährlich werden. „KI wird in einigen Jahren den Maklerbetreuer ersetzen“, sagt er. Schließlich könne Künstliche Intelligenz auf Rückfragen, für die der Maklerbetreuer oft Stunden brauche, viel schneller reagieren – und das jederzeit, ohne feiertags-, krankheits- oder urlaubsbedingte Ausfälle. Die Kundenerwartungen gingen zunehmend in Richtung Netflix, sagt der Versicherungsspezialist. Man warte ja mittlerweile auch nicht mehr bis 20:15 Uhr, wenn man einen Film sehen möchte.

 

Halber Mitarbeiter für 20 Dollar im Monat

Unterdessen stehen auch Online-Versicherungsspezialisten KI nicht gänzlich vorurteilsfrei gegenüber. Das stellte Kunkel fest, als er ChatGPT in seinem eigenen Unternehmen implementieren wollte. Statt auf Begeisterung stieß das Vorhaben bei seinen Mitarbeitern auf Skepsis. Auf Nachfragen erfuhr Kunkel dann, dass seine Angestellten Angst vor einer Kündigung hatten. KI solle die Mitarbeiter unterstützen, sie besser und effizienter machen, aber keinesfalls abschaffen, beteuert der Versicherungsberater. „Mit KI habe ich statt einen 1,5 Mitarbeiter – und der halbe Mitarbeiter kostet mich gerade einmal 20 US-Dollar im Monat.“

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