Kindergarten-Fonds im Check: Auf sie mit Gebrüll

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„Kita-Immobilienfonds sind grundsätzlich in der Lage, langfristige Cashflows von einem in der Regel solventen Mieter zu bieten. Insofern erfüllen sie die wesentlichen Anforderungen, die Anleger an solche Fonds stellen sollten“, sagt Wolfgang Kubatzki, Immobilien-Spezialist und Mitglied der Geschäftsführung von Feri Euro-Rating Services.

Kubatzki: „Das Risiko hängt am Ende von der jeweiligen Immobilie beziehungsweise dem Immobilien-Portfolio ab, also von der Lage, Qualität, Drittverwendung, den Verkaufsoptionen und dem Verwender.“ Und im Vergleich zu Fonds, die in den Bau von Studentenappartements, Pflegeheimen oder die klassischen Bürohäuser investieren? „Ich würde das Risiko von Kitas auf gleicher Höhe wie von Studentenwohnheimen und unterhalb von Pflegeheimen und Büroimmobilien sehen“, so Kubatzki.

„Dadurch, dass hinter den Betreibergesellschaften letztlich die Kommunen stehen, sehen wir keine großen Risiken auf der Einnahmenseite“, erklärt Reichmuth und weiter: „Auch für den geplanten Exit sehen wir für den potenziellen Käufer eine günstige Situation, da die Immobilie dann immer noch mit einem Mietvertrag mit einer Restlaufzeit von bis zu zehn Jahren ausgestattet ist.“

Grundsätzlich gelten die gleichen Regeln wie bei anderen geschlossenen Fonds auch: Anleger sind Gesellschafter und haften bei Verlusten bis zur Höhe ihrer Einlage. Zudem ist ihr Geld über die Laufzeit des Fonds gebunden. Die Beteiligung kann nicht ohne Weiteres verkauft werden. Und wenn, dann nur mit einem ordentlichen Abschlag.

Bis zu 10 Prozent Rendite pro Jahr

Bisher gab es nur ein Angebot für institutionelle Investoren von der Luxemburger Aviarent Capital Management. Anfang 2011 startete sie den ersten Kita-Fonds Deutschlands, den Kinderwelten I. Inzwischen sind rund 50 Millionen Euro in 30 Objekte investiert. Aviarent rechnet über die Laufzeit von zehn Jahren mit einer Rendite von 8 bis 10 Prozent pro Jahr.

Bei Habona ist man da etwas konservativer. 6 Prozent Rendite pro Jahr sind geplant bei einer Laufzeit von elf Jahren: ein Jahr Bauzeit und zehn Jahre Haltedauer. Rund 30 Millionen Euro sollen in 12 bis 15 Kitas vor allem im Rheinland investiert werden. „Das Startportfolio wird aus zwei Grundstücken in Köln bestehen“, so Reimuth. Der Bau der Kitas solle noch in diesem Jahr erfolgen, „sodass wir mit den ersten Eröffnungen in der zweiten Jahreshälfte 2013 rechnen“. Ende Februar, Anfang März soll der Fonds in den Vertrieb gehen.

Die Resonanz ist gut. „Viele Vertriebe haben bereits größere Kontingente bestellt“, so Reimuth. „Die Story klingt vielversprechend“, sagt etwa Stephanie Klomp, Vorstand von eFonds Solution, Deutschlands größtem Vertrieb von geschlossenen Fonds: „Das günstige Investitionsumfeld für Kita-Fonds ist angesichts der vielen öffentlichen Diskussionen über den Bedarf an Betreuungsplätzen ein von Kundenseite nachvollziehbares und damit interessantes Thema für das Beratungsgespräch.“


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