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Studie So transparent sind die Prognosen der Dax-40-Konzerne

Das Hochhaus der Deutschen Bank in Frankfurt: Das Unternehmen zählt zur niedrigsten Transparenzkategorie bezüglich der Prognosen
Das Hochhaus der Deutschen Bank in Frankfurt: Das Unternehmen zählt zur niedrigsten Transparenzkategorie bezüglich der Prognosen | Foto: Imago Images / Zoonar

An der Börse wird die Zukunft gehandelt. Dennoch erwartet kein Investor, dass jede Prognose auch eintreffen wird. „Sie erwarten aber von den Unternehmen einen sorgfältigen und transparenten Umgang mit den Prognosen“, sagt Jens Hecht, Managing Partner bei Kirchhoff Consult. Und es sei „erstaunlich, dass dieses Jahr mehr Unternehmen in die niedrige Transparenz fallen als in den Vorjahren.“ Damit fasst er die Erkenntnisse einer aktuellen Studie zur Transparenz der Prognoseberichte der Dax-40-Unternehmen zusammen.

Die Untersuchung, durchgeführt von der Hamburger Kommunikations- und Strategieberatung Kirchhoff Consult in Zusammenarbeit mit der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW), analysiert sowohl qualitative als auch quantitative Angaben zur zukünftigen Geschäftsentwicklung der größten deutschen börsennotierten Konzerne (Dax 40).

Zentrale Ergebnisse der Studie

Basierend auf den Geschäftsberichten 2023 zeigt die Erhebung eine insgesamt stabile Entwicklung der Prognosetransparenz im Vergleich zum Vorjahr. Von den 38 berücksichtigten Unternehmen erreichten 18 Konzerne die höchste Transparenzkategorie „hoch“. Als Best-Practice-Beispiele werden die Berichte der Deutschen Telekom und des Gesundheitsdienstleisters Fresenius hervorgehoben.

Allerdings ist auch eine leichte Verschlechterung zu beobachten: Die Anzahl der Unternehmen in der niedrigsten Transparenzkategorie stieg von einem auf drei, darunter die Deutsche Bank, die Commerzbank und Merck.

Quantifizierung und Umfang der Prognosen

Ein zentrales Kriterium der Studie ist die Prognose des zukünftigen Konzernergebnisses. 33 Unternehmen quantifizieren diesen wichtigen Indikator, was einer Zunahme um zwei Unternehmen im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Interessanterweise zeigt die Untersuchung, dass der Umfang der Berichte nicht zwangsläufig mit höherer Transparenz einhergeht. Die Prognoseberichte in der niedrigsten Kategorie sind mit durchschnittlich sechs Seiten sogar am längsten, während einige Unternehmen mit nur zwei bis drei Seiten eine hohe Transparenz erreichen.

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Ein besonderes Augenmerk der Studie liegt auf nichtfinanziellen Leistungsindikatoren, deren Bedeutung stetig zunimmt. Allerdings veröffentlichen bisher weniger als ein Drittel der untersuchten Dax-40-Konzerne diesbezüglich Angaben in ihren Prognoseberichten. Die Experten betonen die wachsende Wichtigkeit dieser Indikatoren, insbesondere im Kontext der Corporate Social Reporting Directive (CSRD) und der European Sustainability Reporting Standards (ESRS).

Kritik an virtuellen Hauptversammlungen

Neben der Transparenz der Prognoseberichte gibt es in jüngster Zeit vermehrt Kritik an der Durchführung virtueller Hauptversammlungen der Dax-Konzerne. Obwohl dieses Thema nicht direkt Gegenstand der vorgestellten Studie ist, steht es in engem Zusammenhang mit Fragen der Unternehmenstransparenz und der Aktionärsrechte.

Virtuelle Hauptversammlungen, die während der Covid-19-Pandemie eingeführt wurden, haben sich bei vielen Unternehmen als gängige Praxis etabliert. Kritiker argumentieren jedoch, dass diese Form der Versammlung die Rechte der Aktionäre einschränkt. Insbesondere wird bemängelt, dass der direkte Dialog zwischen Aktionären und Unternehmensführung erschwert wird und möglicherweise kritische Fragen nicht in gleichem Maße wie bei Präsenzveranstaltungen gestellt und beantwortet werden können.

Befürworter virtueller Hauptversammlungen verweisen hingegen auf die erhöhte Zugänglichkeit für eine breitere Aktionärsbasis und potenzielle Kosteneinsparungen für die Unternehmen. Die Diskussion um das richtige Format für Hauptversammlungen bleibt ein wichtiger Aspekt in der Debatte um Unternehmenstransparenz und Aktionärsrechte.

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