Svetlana Kerschner (Redakteurin)Lesedauer: 2 Minuten

768 Verdachtsfälle KKH meldet so viel Abrechnungsbetrug wie lange nicht

Helfende Hände
Helfende Hände: Vor allem in der Pflege gab es besonders viele Hinweise auf Abrechnungsbetrug. | Foto: Pexels

Die Prüfgruppe Abrechnungsmanipulation der KKH Kaufmännische Krankenkasse hat im vergangenen Jahr so viele Hinweise erhalten wie lange nicht. 768 Verdachtsfälle wurden bundesweit gemeldet und damit 61 Prozent mehr als 2019.

Trauriger Spitzenreiter im Betrugs-Ranking sind Pflegedienste mit 391 Fällen, gefolgt von Pflegeheimen mit 194 Fällen. Damit entfallen drei Viertel aller Hinweise in 2020 auf Pflegeleistungen.

Ein Beispiel: Ein Pflegedienst rechnet das An- und Ausziehen von Kompressionsstrümpfen ab, obwohl dies täglich von Angehörigen erledigt wird. Trotzdem unterschreiben die Angehörigen die Leistungsnachweise für die Abrechnung mit den Krankenkassen. Als Gegenleistung lässt der Pflegedienst die Wohnungen der Pflegebedürftigen von eigenem Personal reinigen. In anderen Fällen wurden Arzneimittel gepanscht, Höchstsätze für unqualifiziertes Personal abgerechnet, Rezepte für Physio- und Ergotherapie gefälscht oder Leistungen abgerechnet, die nur auf dem Papier existieren, berichtet die Krankenkasse.

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