„Klarheit und Stabilität“: Fidelity-Manager über das Wahlergebnis in Thailand

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Die Pheu-Thai-Partei unter der Führung von Yingluck Shinawatra erzielte am Sonntag gegen die Demokratische Partei von Premierminister Abhisit Vejjajiva einen Erdrutsch-Sieg. Damit wird die jüngere Schwester des ehemaligen Premierministers Thaksin Shinawatra zur ersten Frau, die die Geschicke des südostasiatischen Landes leiten wird. Das Militär, das einst Thailands früheren Regierungschef Thaksin Shinawatra aus dem Amt gejagt hat, will den Wahlsieg seiner Partei anerkennen.

Für Anthony Srom, Manager des Fidelity Thailand Fund (WKN 973268), kam das Wahlergebnis nicht überraschend. „Das eindeutige Wahlergebnis dürfte in Thailand wieder für mehr Klarheit und Stabilität sorgen“, sagt er. Die Wiederkehr der ausländischen Kapitalzuflüsse in thailändische Aktien könne dazu beitragen, den thailändischen Baht aufzuwerten.

Dass das Militär nichts gegen die Partei des einst gestützten Regierungschefs Thaksin Shinawatra unternehmen will, scheinen die meisten Markt-Akteure hingegen nicht erwartet zu haben. Schließlich verlor der SET Index in den beiden vergangenen Monaten mehr als 7 Prozent in US-Dollar. Dies lag laut Srom an den Befürchtungen, dass die Wahl die politischen Spannungen, die im Vorjahr in gewalttätige Proteste mündeten, neu beleben wird.

„Ich rechnete mit volatilen Märkten im Vorfeld der Wahl und agierte daher im vergangenen Quartal zurückhaltender“, erklärt Srom, der vor der Wahl verstärkt auf defensive Sektoren setzte. Dafür verkaufte er einige Bank- und Immobilienaktien, „da diese Branchen anfälliger auf politische Risiken reagieren“.

Bank- und Immobiliensektor wieder übergewichtet

Nun sind der Bank- und der Immobiliensektor wieder übergewichtet, genauso wie die Sektoren Energie und Materialien. Die Regierung werde mittelfristig die Umsetzung populistischer Vorhaben beschleunigen, um ihre Unterstützer zufriedenzustellen, ist der Fidelity-Manager überzeugt. Er erwartet vor allem eine Erhöhung der Mindestlöhne und der Infrastruktur-Ausgaben, Steuererleichterungen für den Kauf neuer Eigenheime, Agrarsubventionen und Maßnahmen, um das Bildungsniveau im ländlichen Bereich anzuheben. „Sollte die Regierung ihre Versprechen erfüllen, erwäge ich, die Konsumsektoren stärker zu gewichten."

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