Bleibt skeptisch für die Aktienmärkte Foto: MFS

Klassiker unter der Lupe

Warum der MFS Meridian Prudent Wealth seitwärts läuft

Publicity? Hat Barnaby Wiener eigentlich nicht nötig. Der Manager des Mischfonds-Klassikers MFS Meridian Prudent Wealth (ISIN: LU0583242994) gilt in Fachkreisen seit Jahren als exzellenter Vermögensverwalter, dem neue Gelder quasi von alleine zufließen. Was der 1967 geborene Brite übrigens mit eher zwiespältigen Gefühlen sieht: Schwillt das Volumen zu stark an, schränkt dies seine Flexibilität ein.

Um Wiener in seinem auch Nebenwerte einbeziehenden Portfolio weiter sämtliche Freiheiten zu ermöglichen, hat MFS für den mittlerweile rund 4 Milliarden Euro schweren Prudent Wealth im August 2016 einen Soft Close verhängt. Rein kommt offiziell nur noch, wer schon vorher drin war.

Der Corona-Crash im März beförderte Wiener jedoch innerhalb kürzester Zeit vom eher stillen Star zum Super-Hero. Bei einem nur minimalen Verlust von weniger als 7 Prozent, der kaum vier Wochen später wieder vollständig aufgeholt war, ist das kein Wunder.

Die Folgen waren absehbar: Trotz Soft Close steckten Anleger dem Prudent Wealth in den ersten sieben Monaten des laufenden Jahres netto 600 Millionen Euro zu. Mehr als doppelt so viel sammelte der ähnlich konstruierte, aber fast ganz ohne Nebenwerte auskommende MFS Meridian Prudent Capital (ISIN: LU1442549025) ein. Diesen inzwischen 3,2 Milliarden Euro schweren Mischfonds vermarktet MFS ganz gezielt als Alternative zum Prudent Wealth.

Wer sich im Mai, Juni oder Juli in die Strategie einkaufte, tritt seither allerdings mit seinem Investment auf der Stelle – während andere Mischfonds zweistellig zulegten. Seit Mitte Juli geht es sogar im Schlepptau des schwachen Dollar leicht bergab. An diesem Verlauf lässt sich unschwer erkennen, dass Wiener den Kapitalmärkten nach wie vor nicht über den Weg traut. „Wir bleiben defensiv positioniert“, bekräftigt er.

Konkret: Weite Teile des Aktien-Portfolios sind immer noch abgesichert, die Top 10 des Portfolios dominieren kurzlaufende US-Schatzanweisungen und eher schwankungsarme Titel wie TAG Immobilien oder der japanische Telekom-Anbieter KDDI.

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