DWS-Fondsmanager-Star Klaus Kaldemorgen

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Klaus Kaldemorgen: „Ich bin meist vorsichtiger als Edouard Carmignac“

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DAS INVESTMENT: Aller Anfang ist schwer – die knapp 30 Millionen Euro, die Sie bis Ende November eingesammelt haben, können Sie kaum zufriedenstellen.

Klaus Kaldemorgen: Angesichts der sehr schwierigen Märkte bin ich nicht enttäuscht – immerhin stand der Dax Anfang Mai noch bei 7.500 Punkten. Viele Anleger warten vermutlich ab, ob wir dem Anspruch, ein erstklassiges Total-Return- Produkt anzubieten, wirklich gerecht werden. Viel wichtiger als das Volumen ist mir deshalb erst einmal, respektable Ergebnisse zu liefern.

DAS INVESTMENT: Und, wie beurteilen Sie die bisherige Leistung?

Kaldemorgen: Da bin ich abgesehen vom August, der ein Schlag ins Kontor war, ganz zufrieden. Seit September liegen wir in jedem einzelnen Monat im Plus, und der Anteilspreis entwickelt sich relativ unabhängig vom Markt. Wenn nicht noch etwas gänzlich Unvorhergesehenes passiert, werden wir das Jahr 2011 wohl mit einem positiven Ergebnis beenden.

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DAS INVESTMENT: Sie sehen die Politik auf dem richtigen Weg?

Kaldemorgen: Man muss anerkennen, dass Angela Merkel im Moment die richtigen Dinge tut, ebenso der neue italienische Ministerpräsident Mario Monti. Ohne flankierende Maßnahmen der EZB lassen sich die aktuellen Probleme kaum lösen, aber ich habe sehr viel mehr Hoffnung als beispielsweise meine Gesprächspartner in Übersee, dass sie gelöst werden. Die EU ist nicht die Titanic, als die sie in den USA oder auch in Großbritannien vielfach gesehen wird.

DAS INVESTMENT: Wie haben Sie Ihr Portfolio aktuell positioniert?

Kaldemorgen: Nachdem der Fonds im November auf der Aktienseite noch short war, liegt der Long-Anteil mittlerweile bei rund 20 Prozent. Zertifikate auf physisches Gold machen 8 Prozent aus, Unternehmensanleihen rund 15 Prozent. Dort bevorzuge ich eher höherverzinsliche Papiere. Sehr aktiv sind wir darüber hinaus auf der Währungsseite, wo wir in den vergangenen Wochen mit einer Wette gegen den Brasilianischen Real gutes Geld verdient haben.

DAS INVESTMENT: Wie genau schauen Sie, was Ihr großer Konkurrent Edouard Carmignac gerade macht?

Kaldemorgen: Eine gewisse professionelle Neugierde ist natürlich da, aber der Blick beeinflusst mich nicht. Tendenziell agiere ich etwas vorsichtiger als er, und bisher fahren wir damit ganz gut.

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