Dominik Bokor Ingram (li). und Stefan Böttcher: Die Emerging-Markets-Spezialisten sollen einen neuen Fonds von Fiera Capital managen.  | © Fiera Capital

Kleine Schwellenmärkte im Blick

Bekanntes Schwellenland-Duo startet neuen Fonds

Der Magna New Frontiers bekommt einen kleinen Bruder: Die kanadische Gesellschaft Fiera Capital will mit dem Smaller Emerging Markets Opportunities Strategy einen neuen Fonds auflegen, der explizit auf kleinere Schwellenmärkte setzt. Fondsmanager sind die beiden erfahrenen Schwellenmarkt-Spezialisten Stefan Böttcher und Dominic Bokor-Ingram, die auch für den Magna New Frontiers Fund verantwortlich zeichnen.

Der Index MSCI Emerging Markets werde zu 81 Prozent von nur sieben Ländern beherrscht, erinnert man bei Fiera – und zwar von China, Südkorea, Taiwan, Indien, Brasilien, Südafrika und Russland. Gute Anlagemöglichkeiten böten jedoch auch die übrigen 19 Märkte, die in dem Index entsprechend auf ein Gewicht von gerade einmal 19 Prozent kommen.

Der Vorteil, den man sich bei Fiera erhofft: Kleinere Märkte wie Polen, Ungarn, Tschechien, Indonesien, Philippinen, Saudi Arabien oder auch Mexiko flögen unterhalb des Radars vieler Analysten. Dazu trage nicht zuletzt die europäische Finanzmarktrichtlinie Mifid II bei: Durch den Zwang zum Offenlegen aller Kostenpositionen haben viele Fondsgesellschaften ihr Research eingeschränkt und konzentrieren sich vornehmlich auf die größeren, gut durchleuchteten Märkte.

Dieses Ungleichgewicht will man sich zunutze machen und gezielt die weniger transparenten Weltregionen durchforsten. Immerhin tummeln sich hier mehr als 19.000 Ausgeber liquider Aktien mit einer Marktkapitalisierung von rund 3,3 Billionen US-Dollar, hat man bei Fiera ermittelt.

Das Portfolio des Smaller Emerging Markets Opportunities Strategy soll 50 bis 65 Titel aller Größen enthalten. Herausfiltern will sie das Fondsmanagement per Einzeltitelauswahl, kombiniert mit einem makroökonomischen Abgleich. Bei Fiera Capital wartet man derzeit auf das letzte behördliche Go zum Fondsstart.

Die kanadische Gesellschaft verwaltet im Kundenauftrag aktuell rund 125 Milliarden US-Dollar. Fondsmanager Böttcher und Bokor-Ingram kamen im Zuge der Übernahme der britischen Fondsboutique Charlemagne Capital durch Fiera Capital Ende 2016 zu dem Unternehmen.

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