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Kleine und Mittelgroße Unternehmen Warum Small- und Mid-Cap-Aktien das Portfolio stabilisieren können

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Auch gute Gründe für Indexfolger

Selbstredend gibt es gute Gründe, auf die günstigen, täglich verfügbaren Indexfolger zu setzen, kein Zweifel. Aber ganz nüchtern und sachlich betrachtet führt das auch zu zwei eher ungewollten Effekten: Einerseits schalten die Paketkäufe nach der Rein-oder-raus-Methode die einzelnen Indexmitglieder zunehmend gleich.

So heißt es in einer Studie der Fondsgesellschaft Financière de l’Echiquier, dass die Korrelationen der Einzeltitel im Stoxx Europe 50 inzwischen höher liegen als während der Börsenkrachphasen 2008 und 2011. Andererseits stimmt die althergebrachte Annahme schlicht nicht mehr, dass Nebenwerte höhere Kursrisiken haben.

Small Caps schneiden besser ab

Das Gegenteil ist der Fall. „Seit Beginn des Jahrtausends haben Small Caps in 13 von 16 Jahren besser abgeschnitten als Large Caps, und das bei einer empirisch nachgewiesenen geringeren Volatilität“, sagt Götz Albert, Chef für Nebenwerte bei der Investmentboutique Lupus Alpha.

Die Autoren von Financière de l’Echiquier verglichen europäische Indizes miteinander. Über zehn Jahre lief es noch klassisch: kleine Werte, großes Risiko. In den vergangenen drei Jahren jedoch kehrte sich das Bild um. Kleine und mittlere Werte haben eine Volatilität von je 12 Prozent, die Standards aber 13 Prozent. Mikrowerte kommen sogar auf nur 10 Prozent.

Nebenwerte nicht so global aufgestellt

Als Grund bemüht man in der Studie neben dem Trend zum ETF auch solche fundamentalen Dinge wie die Nullzinspolitik und den Umstand, dass Nebenwerte meist nicht so global aufgestellt sind wie Großkonzerne. Doch das kann man getrost weglegen – seit wann zählen in rasanten Ausverkäufen Fundamentaldaten?

Die Antwort der Investment-Profis auf das Ganze lautet: Smart-Beta. Darunter versteht die Investmentbranche die Idee, in Indizes und Fonds nicht mehr die größten Unternehmen zu packen, sondern nach bestimmten Faktoren ausgewählte. Einer von ihnen ist ausgerechnet die Größe oder vielmehr die Kleinheit.

Drei-Faktoren-Modell als Grundlage 

Wissenschaftliche Grundlage hierfür ist das Drei-Faktoren-Modell. Deren Erfinder, Eugene Fama und Kenneth French, machten drei Hauptfaktoren für die Rendite einer Aktie aus: die Marktrendite (Beta), den Börsenwert und das Verhältnis von Aktienkurs zum Buchwert des Eigenkapitals (Kurs-Buchwert-Verhältnis).

Der Smart-Beta-Trend ist noch jung, aber er kann eines bewirken: dass auch große Anleger wieder ihr Herz für die Kleinen entdecken.

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