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Klimaschutz schafft Millionen Arbeitsplätze

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„Im Vergleich zu konventionellen erfordern erneuerbare Energieformen einen weitaus größeren Arbeitseinsatz bei der Energiegewinnung und – in geringerem Maße – auch beim Betrieb und Unterhalt der Anlagen“, sagt Youri Vorobiev, Fondsmanager des Vontobel Global Trend New Power Fund (WKN 794 740). Auch wenn Arbeitsplätze in kohlenstoffintensiven Sektoren verloren gehen, werde der Nettoeffekt deutlich positiv sein, gibt sich Vorobiev überzeugt. Zusätzliche Arbeitskräfte werden beispielsweise benötigt, um Windfarmen zu betreiben, Rotoren für Windturbinen zu bauen, Silizium für Solarzellen zu produzieren sowie um zu forschen und zu entwickeln. Auch die schärferen Gebäudebestimmungen werden mehr Aufträge für die Bauindustrie und damit mehr Stellen schaffen. Wie eine Studie im Auftrag des Bundesumweltministeriums (MBU) zeigt, erfordern die verschärften Klimaschutzmaßnahmen umfangreiche Renovations- und Isolationsarbeiten. Dadurch stimulieren sie die Bauindustrie schon jetzt. Zudem fand der Wirtschaftsladen Bonn heraus, dass die Zahl der Stellenangebote im ersten Quartal 2009 im Vergleich zum Vorjahr um rund 25 Prozent gestiegen ist. Laut der Arbeitsgemeinschaft Erneuerbare Energien-Statistik (AGEE-Stat) waren in Deutschland Ende 2008 rund 278.000 Menschen bei Anlageherstellern, Zulieferern und Planern beschäftigt. Im Vergleich zu 2007 stieg die Zahl der Arbeitsplätze um 29.000. Nach AGEE-Angaben schafft die Branche der erneuerbaren Energien im Schnitt täglich 80 neue Stellen. 1,4 Millionen neue Vollzeitstellen bis 2020 „Deutschland gehört zu den Ländern, die dank vorteilhafter Rahmenbedingungen eine wettbewerbsfähige Exportwirtschaft im Bereich Wind- und Solaranlagen aufbauen können“, so Vontobel-Experte Vorobiev weiter. Allgemein ist die Europäische Union (EU) laut Vorobiev federführend in der Förderung erneuerbarer Energien. Eine im Auftrag der EU durchgeführte Studie ergab, dass bis zum Jahr 2010 fast eine Million und bis 2020 sogar 1,4 Millionen direkte und indirekte Vollzeitstellen in den 15 alten EU-Staaten im Erneuerbare Energie-Bereich geschaffen werden. Diese Nettozahlen berücksichtigen bereits die potenziellen Arbeitsplätze, die dadurch in anderen Branchen verloren gehen. „Dieser positive Effekt beschränkt sich aber nicht auf die Industrienationen“, meint Vorobiev. Gerade die bevölkerungsreichen Entwicklungsländer nutzen die neuen Technologien vermehrt, um ihre Arbeitsmärkte zu beleben. So ist beispielsweise in Bangladesch ein Projekt angelaufen, das Jugendliche als zertifizierte Solar-Techniker, Reparatur- und Unterhaltsspezialisten ausbilden soll. Dafür sind rund 100.000 neue Stellen geplant. Auch in Indien besteht eine Initiative, die in 9 Millionen Haushalten energieeffiziente Kochherde aufstellen soll und damit bis zu 150.000 neue Arbeitsplätze schaffen kann.

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