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Klimawandel-Studie: Panikmache oder ernsthafte Warnung?

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Die Erde erwärmt sich deutlich schneller als bisher angenommen, heißt es in der „Copenhagen Diagnosis“. Der Name ist Programm. Bevor der Klimagipfel am 7. Dezember in Kopenhagen startet, wollen die Forscher noch einmal eindringlich vor den Gefahren des Nichtstuns warnen. „Dies ist der letzte wissenschaftliche Aufruf an die Unterhändler von 192 Staaten, den Klimaschutz-Zug in Kopenhagen nicht zu verpassen“, so Hans-Joachim Schellnhuber, einer der Autoren und Direktor des Potsdam-Instituts für Klimaforschung. Kritiker halten den Bericht für überzogen.

„Die großen Eisschilde der Erde verlieren zunehmend an Masse; das arktische Meereis schwindet deutlich schneller als noch kürzlich projiziert, und der Meeresspiegel wird wahrscheinlich stärker ansteigen als bisher angenommen“, heißt es in der Studie. Konkret: In den vergangenen 15 Jahren ist der Meeresspiegel um mehr als fünf Zentimeter gestiegen, rund 80 Prozent mehr, als im 2001 veröffentlichten dritten Weltklimabericht vorausgesagt wurde. Durch den Zufluss von Schmelzwasser der Eisschilde und Gebirgsgletscher könnte der Pegel bis 2100 weltweit bis zu zwei Meter steigen, heißt es im Bericht.

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Ohne eine deutliche Senkung der Treibhausgas-Emissionen könnte sich die Erde demnach bis 2100 bereits um sieben Grad erwärmen. Nach dem aktuellen Stand der Forschung gilt eine Erwärmung von zwei Grad im Vergleich zur vorindustriellen Zeit bereits als Schwelle, um katastrophale Folgend es Klimawandels zu verhindern.

26 Klima-Experten fassen ihre Ergebnisse der Klimaforschung in der „Copenhagen Diagnosis“ zusammen. Die Erkenntnisse sind nicht neu, waren aber noch nicht im 2007 veröffentlichten vierten Weltklimabericht enthalten. Die Zusammenfassung der Studie kann in elf Sprachen heruntergeladen werden, einzig die deutsche Fassung ist leider falsch verlinkt – es erscheint die russische Fassung. Ist das ein Zeichen?

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