EZB-Chefin Christine Lagarde Foto: imago images / sepp spiegl

Umfrage unter Finanzprofis

Knappe Mehrheit will digitalen Euro

Jeder zweite Finanzprofi findet, dass die Europäische Zentralbank (EZB) einen digitalen Euro einführen sollte. 42 Prozent wiederum sehen das anders und sind dagegen. Das geht aus einer Umfrage des Center for Financial Studies (CFS) in Frankfurt unter Fach- und Führungskräften der Finanzbranche hervor.

Darin bleibt jedoch offen, wie so ein digitaler Euro am Ende aussehen soll. Wie er gehandelt wird, welchen Bezug er zum klassischen Euro haben soll und welche Rolle die Blockchain-Technik spielen soll.

In diese Richtung geht immerhin die Frage, ob der digitale Euro programmierbar sein soll, also ob Digitalspezialisten ihn für auf der Blockchain abgelegte Verträge (Smart Contracts) nutzen können sollen. 42 Prozent der Befragten finden das sehr wohl, 23 Prozent sind dagegen. Der Rest zeigt sich unschlüssig.

Etwas klarer ist das Gefühl, ob ein digitaler Euro das klassische Bankentum schädigen wird. Immerhin könnten Kunden dann eventuell direkt Geld auf EZB-Konten einlagern. 31 Prozent sehen das als hohes Risiko für Banken, 43 Prozent als mittleres Risiko. 19 Prozent schätzen es als gering ein.

Immerhin sehen 57 Prozent der Befragten die EZB-Geldpolitik nicht durch einen Digi-Euro gefährdet. 25 Prozent indes könnten sich vorstellen, dass die Geldpolitik anschließend weniger wirkt als vorher.

Am Ende kommt noch der Bezug zum aktuellen Krypto-Hype um Bitcoin und die anderen. Genau 50 Prozent der Befragten erwarten nicht, dass der Digi-Euro die Krypto-Euphorie bremst, immerhin 34 Prozent können sich das dagegen durchaus vorstellen.

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