Egon Wachtendorf, verantwortlicher Redakteur von DER FONDS

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Kommentar: Alarmstufe Gelb

Ministerium zur Erhohung der Wirtschaftsproduktivität – das klingt irgendwie nach UdSSR oder George Orwells 1984, weniger nach einem Rechtsstaat mitteleuropäischer Prägung. Letztlich verbirgt sich hinter diesem Begriff jedoch nichts anderes als das französische Industrieministerium, das die Sozialisten 2012 nach ihrem Wahlsieg in „Ministère du Redressement Productif“ umbenannten.

Der zuständige Minister Arnaud Montebourg hat Ende Mai ein Gesetz erlassen, das auch in einschlägigen deutschen Internet-Foren für Gesprächsstoff sorgt: Seit Anfang Juni ist es in Frankreich verboten, Gold und andere Edelmetalle mit der Post zu versenden.

Vielleicht laufen die seit jeher goldverliebten Franzosen Sturm gegen dieses neue Gesetz, vielleicht wird es schon bald wieder abgeschafft. Vielleicht ist es aber auch nur die Vorstufe zu einem allgemeinen Goldverbot, in dessen Folge Frankreich ähnlich wie 1933 die USA seinen Bürgern an die Schließfacher geht. In Deutschland undenkbar?

Wenn es in der Euro-Krise hart auf hart kommt, eher nicht. Wer nun im heimischen Keller oder in der Schweiz goldene Barren und Münzen hortet, bis sich die Regalbretter biegen, macht jedoch ebenso einen Fehler wie jemand, der alle Warnzeichen der vergangenen Jahre ignoriert. Denn die wichtigste Regel bei der Geldanlage gilt nicht nur für Lebensversicherungs-Sparer und Anleihe-Besitzer: Je gefährdeter ein Vermögen ist, desto breiter gestreut sollte es sein.

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