Kommentar Bei Brexit wären viele britische Firmen Schnäppchen

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Ähnliche Unternehmen zu finden, manche mit sogar noch größerer internationaler Reichweite, ist nicht schwer. Zum Beispiel ARM Holdings, ein Chiphersteller, der führend ist im britischen Technologiesektor. Etwa 93 Prozent vom Umsatz stammen aus Nordamerika und Asien. Oder Intercontinental Hotels - wie ARM nicht unbekannt bei Übernahmespekulationen. Auch Smiths Group, ein Hersteller von Sicherheitsscannern, ist ein beständiges Thema bei Buyout-Gesprächen: 95 Prozent vom Umsatz werden außerhalb des Heimatlandes erzielt, 79 Prozent außerhalb Europas. Und die Liste ist länger: Der Öldienstleister Weir, der Ölexplorateur Tullow, die Private-Equity-Gesellschaft 3i, die Gebäudedienstleister Wolseley und Ashtead. Es gibt eine Menge in Großbritannien gelisteter, international tätiger Unternehmen mit einer Marktkapitalisierung von weniger als 20 Milliarden Dollar.

In wirklich effizienten Märkten wäre der internationale Einnahmenstrom dieser Firmen perfekt gepreist, unbenommen der Basiswährung. In der Praxis tendieren Schock-Ereignisse dazu, die Aktienkurse ziemlich willkürlich zu belasten.

Natürlich würde ein Kursrutsch beim Pfund allein ein britisches Unternehmen nicht ins Schaufenster bringen. Ein Bieter müsste sich bereits auf der Grundlage reiner Branchenlogik mit einer Transaktion befasst haben. Aber dort, wo das der Fall ist, könnte ein Brexit zum Katalysator werden. Wenn die Briten denken, sie hätten Unabhängigkeit erreicht, aber die britischen Unternehmen sie verlieren, wäre das ein Schnelltest für die Offenheit des britischen Nach-Brexit-Marktes.

Diese Kolumne entspricht nicht notwendigerweise der Meinung von Bloomberg LP und deren Eigentümern.

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