Kommentar von NNIP Wie hat sich Corona auf Jahreshauptversammlungen ausgewirkt?

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In der ersten Jahreshälfte 2020 lehnten wir 1.590 von insgesamt 12.183 Anträgen bei Vorstandswahlen ab, obwohl wir im Allgemeinen die Ernennung und Wiederernennung der vom Unternehmen vorgeschlagenen Kandidaten unterstützen. Die Gründe reichten von fehlender Unabhängigkeit der Vorstandsmitglieder und schlechter Diversität bis hin zu mangelnder proaktiver und umfassender Kontrolle der ökologischen und sozialen Risiken.

Vorstandsvergütung im Fokus der Abstimmungen
Die Vorstandsvergütung löste in dieser Abstimm-Saison weiterhin die meisten Diskussionen aus. Dafür gab es zwei Gründe: Corona und die Umsetzung der überarbeiteten europäischen Aktionärsrechterichtlinie SRD II. Die Pandemie löste eine größere Debatte über hohe Managementvergütungen aus sowie deren Auswirkungen auf die ungleiche Einkommensverteilung und die Handlungsmöglichkeit der Gesellschaft, auf globale Krisensituationen zu reagieren.

Themen wie Nachhaltigkeit, die Gesundheit und Sicherheit der Mitarbeiter, der Unternehmenszweck, die Fähigkeit des Managements, mit einer Krise umzugehen oder auch die Einbindung der Stakeholder und Arbeitnehmerrechte wurden bedeutender. Infolgedessen wurden mehrere Vergütungsanträge abgelehnt – in 1.266 von 31.80 Fällen haben wir ebenso abgestimmt. Vielfach wurden die Anträge jedoch auch schon vor den HVs zurückgezogen.

Autorin Faryda Lindeman ist Nachhaltigkeitsexpertin (Senior Responsible Investment Specialist) bei NN Investment Partners.

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